Armut

Zu diesem Thema hat man zwar parteiübergreifend die Meinung, Armut müsse beseitigt werden, bei der Frage Wie? scheiden sich aber schon die Geister: Die Einen meinen, man müsse hungrigen Mäulern zu essen geben. Die Anderen aber plädieren eher dafür, Armut zu verbieten, die Slums dem Erdboden gleich zu machen, und die verbleibenden Probleme unter den Teppich zu kehren.
 
[zynismus]
Ich bin der Meinung, man muß alle Armen sofort töten, denn wenn sich erst einmal herumspricht, daß Armut überlebt, dann tut doch niemand mehr das, was angeschafft wird.
[/zynismus]
 
Was meint ihr?
 


Ich arbeite hart. Warum soll ausgerechnet ich für all die Taugenichtse und Nichtstuer mitbezahlen und mir das Geld aus der Tasche ziehen lassen ? 
Soll ich dir sagen, warum ?
Du fühlst die Kraft zur Tat in dir, eine Energie, die von allen Menschen mit allen erlaubten und verbotenen Mitteln gesucht wird, und die manche Menschen ihr Leben lang nicht finden. Sollen sie deshalb sterben müssen ?
 



 

Selbstverschuldet ?

Jeder Mensch verfügt über den gesunden Drang, sich auszudrücken, sich zu bewegen, geistig wie körperlich, und teilzunehmen an der Schaffenskraft, welche unaufhörlich unsere Welt durchflutet.
Mancher jedoch, vor allem wenn er ärmlichen Verhältnissen entstammt, resigniert vor dem schier unüberwindlichen Steinhaufen, den er von Anfang an in seinen Weg gelegt sieht, und so geschieht es nicht selten, daß seine Energien umschlagen in Destruktion, Unzufriedenheit und Gegenwehr.
Wenn er sensibel ist, wird er dazu neigen, seine Negativität zu betäuben, vieleicht wird ein Trinker aus ihm, und das nur, um noch irgendwo akzeptiert zu werden.
Sein letztes Stück gesunder Hausverstand wird ihm sagen:
-- Geh dem Frust aus dem Weg --
und schließlich nennt man ihn arbeitsunwillig.
Hat er das wirklich alles nur "selbstverschuldet" ?
Oder wer könnte da noch eine Mitschuld tragen müssen ?


Kein Mitleid für Fremde in Not?

Leider gibt es heutzutage, wo wir doch das Mittelalter, sowie die Nazi-Zeit überwunden geglaubt haben, wieder Gewalt gegen Ausländer und Asylanten. Und wie wir feststellen, sind es nicht nur die Skinheads, die etwas gegen Ausländer haben, sondern breite Massen der Bevölkerung. Und wie sich in Berlin-Dahlem zeigt, dem vornehmen Villen-Vorort, wo sich eine Bürgerinitiative gegen das dort angesiedelte Asylantenheim gebildet hat, sind es nicht nur die Armen und die ungebildeten Bevölkerungsschichten, die gegen die Fremden eingestellt sind, sondern sogar die Reichen. 

Glauben wir eigentlich wirklich, daß wir etwas Besseres sind ?
Sind wir der Meinung, daß wir uns in wesentlichen Punkten von Ausländern unterscheiden (die immerhin auch Menschen sind) , und uns deshalb von ihnen abgrenzen dürfen? Oder ist es, weil wir niemals gelernt haben zu teilen, weil wir nicht das geringste von dem abgeben wollen, was wir uns erworben haben?
Und dann zeigen wir mit dem Finger auf die Skinheads, definieren mit ihnen eine weitere Außenseitergruppe dieser Gesellschaft, und übersehen gerne dabei, daß sie offenbar nur die Spitze eines Eisberges darstellen.

Ich glaube, wir müssen verstehen, daß alle Menschen ein und dasselbe Bewußtsein haben. Jeder Mensch, egal ob er nun aus Afrika, Asien, Amerika oder aus Berlin stammt, empfindet in gleicher Weise Freude oder Schmerz, Angst oder Hunger, Anerkennung oder Verfolgung usw. Was uns unterscheidet, das ist nicht das Bewußtsein selbst, sondern nur der Inhalt des Bewußtseins. Zum Inhalt des Bewußtseins gehört vor allen Dingen all das, woran wir unser Herz gehängt haben, also das, womit wir uns identifizieren.

Wenn uns nun diese Tatsache bekannt ist, dann sehen wir in einem Fremden, der in Not ist, uns selbst, und weil wir uns selbst nichts Böses wollen, empfinden wir Mitleid mit ihm. Können wir Deutschen eigentlich gar kein Mitleid mehr empfinden? Hat bei uns tatsächlich Neid und Geiz eine größere Tradition als Mitgefühl?

Zudem könnte es geschehen, daß wir sebst einmal unversehens ins Ausland geraten. Würden wir uns wünschen, mit Brandsätzen von Skinheads verfolgt zu werden? Wir sollten nicht vergessen: Jedermann ist Ausländer, und zwar in fast allen Ländern der Welt.

Wir leben neuerdings in einer Welt, die sehr klein geworden ist. Binnen 24 Stunden können wir an fast jedem Punkt dieses Planeten sein. Außerdem rücken die Völker gerade durch das Fernsehen und die Medien immer mehr zusammen. Kein Volk ist heute völlig unabhängig von anderen Völkern. Mehr und mehr wird uns bewußt, daß wir alle soundsoviel Milliarden Menschen tatsächlich in einem Boot sitzen. Jedoch herrscht Meuterei an Bord. Weil manche ihre Kajüte nicht mit anderen teilen wollen, werden Menschen umgebracht. Und währenddessen treibt das steuerlose Boot auf ein Riff zu.... 

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