Geschichtliche Hintergründe
Christlich Indien



Bildquelle: http://www.far-east.co.il/maps/map-goa.gif

 

Es war im Jahre 1498, als Vasco da Gama Indien erreichte. Seine erste Landung war bei Calicut, südlich von Goa, es ging ihm hauptsächlich um Gewürze, die ja damals mit Gold aufgewogen wurden, und weil den indischen Herrschern die portugiesischen Handelsgüter wenig für den indischen Markt geeignet erschienen, zog er frustriert ab, um ein paar Jahre später mit einer Kriegsflotte wieder aufzutauchen. So zog er eine Spur der Verwüstung durch ganz Vorderasien.

Genauer nachzulesen z.B. bei:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vasco_da_Gama oder hier
http://www.seemotive.de/html/dvasco.htm 

Mit den Piraten kamen dann die Pfaffen nach Indien, sie schlugen ihr Hauptquartier in Old-Goa auf. Das ist eine Ortschaft, die eigentlich nur aus ungefähr 10 Kirchen besteht, davon 2 große Kathedralen, die Hauptsehenswürdigkeit ist die Basilika von Bom Jesus.

Weiteres hierzu:

http://goacentral.com/Goachurches/churches_of_old_goa.htm

(Bom heißt gut auf portugiesisch, und ich überlasse es eurer Phantasie, wie man viel später in Goa auf Bom Shiva kam)

Ich kann mir gut vorstellen, wie das damals abging. Zuerst ließen sie eine große Kathedrale bauen, und meldeten dem Papst nach Rom, daß die Mission gut vorankam. Schön war es am Kokospalmen-Beach, und weil sie nicht nach Hause wollten, bauten sie halt noch eine Kirche. Sicherlich bekamen sie großes Lob aus Rom ob ihrer Missionstätigkeit, und so ging das weiter. Ob dieser Papst je erfahren hat, daß die Kirchen alle in einer Ortschaft, mitten im Dschungel stehen?

Dann gab es noch diesen Heiligen: St. Franzis Xavier. Als dieser gestorben war, haben sie ihn einbalsamiert, nicht ohne vorher seinen rechten Arm abzutrennen, und ihn nach Rom zu schicken. Tatsache.

Und nur alle 12 Jahre gibt es eine Festivität, bei der sein Leichnam dem Volke vorgeführt wird.

Garcia da Orta

Garcia da Orta war Arzt in Portugal, auch etwa um 1500. Er war ein sogenannter „neuer Christ“, d.h. ein vom Judentum Konvertierter. Diese Leute hatte man bei der Inquisition besonders im Auge. Viele von ihnen sind daher nach Goa gegangen, denn in Goa gab es noch keine Inquisition, die kam erst um 1560 nach Goa. So auch Garcia da Orta. Er war dabei ein Buch zu schreiben mit dem Titel: Heilpflanzen und Drogen Indiens. Später hat die Inquisition ihm das sehr übel genommen, und so haben sie nach seinem Tod(!) seine Gebeine ausgegraben, und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Vielleicht erinnert ihr euch noch, es war damals in den 80ern, da war unser geliebter Papst Paul in Indien, und hat dort öffentlich vor aller Welt verkündet, daß es generell von Übel sei, Verhütungsmittel anzuwenden.

Von Nichts kann man nicht leben, hört man oft, besonders vom Pfarrer. Und gerade die Pfarrer bringen es zuwege: das Christentum existiert nicht, - aber sie leben davon.
(Sören Kierkegaard, Philosoph, 1813-1855)

Tja, die Wunder der Kirche ....

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