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Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872 Weitere Kirchenkritiker: K. Deschner Ranke-Heinemann L. Thoma / W. Busch Nietzsche Goethe Heine Kästner Tucholsky Brecht Bob Marley - und andere Musiker Klaus Kinski Bertrand Russell Thomas Hobbes Weitere Ludwig Andreas Feuerbach (* 28. Juli 1804 in Landshut; † 13. September 1872 in Rechenberg/Nürnberg ) war ein deutscher Philosoph, dessen Religions und Idealismuskritik bedeutenden Einfluss auf die Bewegung des Vormärz hatte und einen Erkenntnisstandpunkt formulierte, der für die modernen Humanwissenschaften wie zum Beispiel die Psychologie grundlegend geworden ist... http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Feuerbach Der Zweck meiner Schriften ... ist: die Menschen aus Theologen zu Anthropologen, aus Theophilen zu Philanthropen, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, aus religiösen und politischen Kammerdienern der himmlischen und irdischen Monarchie und Aristokratie zu freien, selbstbewußten Bürgern der Erde zu machen. (Aus Feuerbachs "Vorlesungen über das Wesen der Religion", 1848/49) Der Religion ist nur das Heilige wahr, der Philosophie nur das Wahre heilig. (Ludwig Feuerbach, dt. Philosoph, 1804-1872) Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken. (Ludwig Feuerbach, dt. Philosoph, 1804-1872) "Die Christen wollen sogut glückselig sein als die Heiden. Der Unterschied ist nur, daß die Heiden den Himmel auf die Erde, die Christen die Erde in den Himmel versetzten." (Ludwig Feuerbach) Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) 1830 (26 J.) erste Schrift (anonym): Gedanken über Tod und Unsterblichkeit pantheistische Religionskritik mit einem "Anhang theologisch- satyrischer Xenien" - Leugnet die Unsterblichkeit der Seele und versucht die christliche Hoffnung darauf zu widerlegen. Bezieht gegen die Vorstellung eines persönlichen Gottes und den egoistischen Glauben an die Unsterblichkeit Position. "Jetzt gilt es vorallem. den alten Zwiespalt zwischen Diesseits und Jenseits aufzuheben, damit die Menschheit mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen auf sich selbst, auf ihre Welt und Gegenwart sich konzentriere." 1841 (37 J.): Das Wesen des Christentums - Hauptwerk Zentrales Werk seiner Religionskritik. Gott ist eine bloße Projektion des Menschen, ein Wunschgebilde seiner eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte. Weil der Mensch es nicht aushält, unvollkommen und endlich zu sein, erfindet er sich ein vollkommenes und allmächtiges Wesen; weil er selbst nicht sterben will, erfindet er die Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele; weil er die Ungerechtigkeit auf Erden nicht erträgt, kommt er auf den Gedanken einer himmlischen Gerechtigkeit. Der Titel sollte ursprünglich in Erinnerung an den »Alleszermalmer« Kant Kritik der reinen Unvernunft heißen. "Die Aufgabe dieser Schrift ist es, den grundverderblichen Gegensatz von Menschlichem und Göttlichem aufzuheben." "Alles ist meine Schrift negativ, verneinend, aber, wohlgemerkt, nur gegen das unmenschliche Wesen der Religion. Sie zerfällt daher in zwei Teile, wovon der Hauptsache nach der erste der bejahende, der zweite der verneinende ist." http://buber.de/christl/unterrichtsmaterialien/feuerbach Die Christen erwarteten das Ende der Welt, der Geschichte. Christus selbst prophezeit in der Bibel, allen Lügen und Sophismen unserer Exegeten zum Trotz, klar und deutlich das nahe Weltende. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Die Religion, heißt es, ist das beste Trostmittel im Unglück. Aber das beste Trostmittel im Unglück ist vielleicht das schlimmste oder schlechteste Beförderungsmittel der menschlichen Glückseligkeit. Denn der Trost läßt uns ein Übel zwar ertragen, sucht es aber nicht zu beseitigen. Wer sich darüber tröstet, daß er ein Sklave ist, kommt nicht in Versuchung die Sklavenketten zu brechen. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Abgeschloßne, beschränkte Menschen und Völker bewahren die Religion in ihren ursprünglichen Sinne, weil sie selbst im Ursprung, an der Quelle der Religion stehenbleiben. Je beschränkter der Gesichtskreis des Menschen, je weniger er weiß von Geschichte, Natur Philosophie, desto inniger hängt er an seiner Religion. Darum hat auch der Religiöse kein Bedürfnis der Bildung in sich. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Es ist Selbstbetrug, das Mönchtum nur aus dem Orient ableiten zu wollen. Das Mönchtum muß vielmehr geradezu aus dem Christentum selbst abgeleitet werden: Es war eine notwendige Folge von dem Glauben an den Himmel, welchen das Christentum der Menschheit verhieß. Wo das himmlische Leben eine Wahrheit, da ist das irdische Leben eine Lüge - wo alles Phantasie, die Wirklichkeit nichts. Wer ein ewiges himmlisches Leben glaubt, dem verliert dieses Leben seinen Wert. Oder vielmehr es hat schon seinen Wert verloren: Der Glaube an das himmlische Leben ist eben der Glaube an die Richtigkeit und Wertlosigkeit dieses Lebens. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Ihr gebt selbst zu, daß das Wesen des pantheistischen Gottes nichts ist als das Wesen der Natur. Also gebt auch zu, daß euer persönlicher Gott nichts andres ist als euer eigenes persönliches Wesen, daß ihr, indem ihr die Über- und Außernatürlichkeit eures Gottes glaubt und konstruiert, nichts andres glaubt und konstruiert als die Über- und Außernatürlichkeit eures eignen Selbst. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Es gehört kein Mut, kein Charakter, keine Anstrengung, kein Opfer dazu, Christ zu sein - Christentum und weltlicher Vorteil ist identisch - wohl aber kein Christ zu sein. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Die religiöse Vorsehung offenbart sich nur im Wunder - vor allem im Wunder der Menschwerdung, dem Mittelpunkt der Religion. Aber wir lesen nirgends, daß Gott um der Tiere willen Tier geworden sei - ein solcher Gedanke schon ist in den Augen der Religion ein ruchloser, gottloser - oder daß Gott überhaupt Wunder um der Tiere oder Pflanzen willen getan habe. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates; Aber jetzt ist der Staat Stütze der Religion. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion, ist der Wunsch. Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Zur Vollendung des Menschen gehört auch der Tod; denn auch er gehört zur Bestimmung, das heißt zur Natur des Menschen. Darum heißt der Tote mit Recht der Vollendete. Menschlich zu sterben, zu sterben mit dem Bewußtsein, daß du im Tode deine letzte Bestimmung erfüllst, zu sterben also im Frieden mit dem Tode - das sei dein letzter Wunsch, dein letztes Ziel. Dann triumphierst du auch noch im Tode über den üppigen Traum der christlichen Unsterblichkeit; dann hast du unendlich mehr erreicht, als du im Jenseits erreichen willst und doch nimmermehr erreichst. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Das Christentum ist das Mittelalter der Menschheit. Wir leben daher heute noch in der Barbarei des Mittelalters. Aber die Geburtswehen der neuen Zeit beginnen in unserer Zeit. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Nicht wider die Religion sein, aber über ihr sein. Die Erkenntnis ist mehr als der Glaube. Ist es auch wenig, was wir wissen, dieses bestimmte Wenige ist doch mehr, als das nebelhafte Mehr, was der Glaube vor dem Wissen voraus hat. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Zur Erkenntnis des Wesens der Religion gehört die Erkenntnis des Teufels, des Satans, der Dämone. Man kann diese Dinge nicht weglassen ohne die Religion gewaltsam zu verstümmeln. Die Gnade und ihre Wirkungen sind der Gegensatz der Teufelswirkungen. Deshalb hing auch fast bis auf die neueste Zeit der Glaube an den Teufel aufs innigste zusammen mit dem Glauben an Gott, so daß die Leugnung des Teufels ebensogut für Atheismus galt als die Leugnung Gottes. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Nur der kirchlichen Dogmatik verdankt das Christentum seinen Fortbestand. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) Eine Gewissensfrage (1839) von Ludwig Feuerbach http://www.payer.de/religionskritik/feuerbach01.htm |