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(Kristallschädel)
Harmonie
Nocheinmal möchte ich auf den Konflikt zu sprechen kommen,
den jeder Mensch in sich sehen kann. Oft wird er auch verallgemeinert auf „Zwei
Seelen in meiner Brust“ (Faust), oder auf Gut und Böse (Christentum).
P.D.Ouspensky (Schüler von Gurdjieff) lehrte hierzu, der Mensch habe einen
Wesenskern, und eine Persönlichkeit. Der Wesenskern bestehe aus Veranlagungen,
Neigungen und Begabungen, während die Persönlichkeit das angelernte Wissen, die
Unterscheidungskraft und das „Ich mag“ oder „Ich mag nicht“ sind. Zwischen
diesen beiden solle ein Gleichgewicht herrschen, jedoch in unserer Zeit ist die
Persönlichkeit sehr stark entwickelt, wogegen die Entwicklung des Wesenskerns
bei vielen Menschen in der Pubertät stehengeblieben ist.
Neuere Forschungen am menschlichen Gehirn haben zu einem sehr ähnlichen
Ergebnis geführt. Man entdeckte eine rechte und eine linke Gehirnhälfte, die
wie zwei Wesenheiten unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben, und die durch
den Cortex miteinander im „Datenaustausch“ stehen. Die linke Hälfte ist
zuständig für die Sprache, die Unterscheidung, und die vernünftige Handlung,
während die rechte für die musische Begabung, die Künste und das gefühlsmäßige
Erleben zuständig ist.
Nun ist es wohl wahr, daß der Mensch täglich in Konfliktsituationen gerät,
welche er nicht gemäß seinen momentanen Wünschen auflösen kann. Nehmen wir
einen einfachen Fall an: Jemand hat Kummer, jedoch wünscht er sich, davon frei
zu sein. Er wird nun sofort etwas dagegen tun wollen, denn er will sich zumeist
nicht darauf einlassen. Vieleicht wird er sich ablenken, oder sich betäuben.
Jedenfalls wird er dem Kummer entkommen wollen. Seine rechte Gehirnhälfte wird
aber, so vermute ich, den aufgetretenen Kummer empfinden, ungeachtet der
Urteile, die der Mensch sich gegen denselben gebildet hat. Durch eine
gewohnheitsmäßige Vorgehensweise dieser Art ergibt sich schließlich eine
Disharmonie dieser beiden Hälften, und weil nun einmal Freud und Leid
zusammenhängen, wird er auch die Freude nicht mehr so intensiv wahrnehmen. Es
kommt zu einem Leben im Halbschatten, sozusagen zu einer Art Leben aus zweiter
Hand, er wird mehr oder weniger unglücklich sein.
Es gab einen allgemeinbekannten Versuch, bei dem einem Menschen der Cortex
durchtrennt wurde, und es zeigte sich, daß der Betreffende in zwei Wesen
zerfallen war, soweit, daß seine Rechte buchstäblich nicht wußte, was die Linke
tat. Hier zeigte sich erstmals die Wichtigkeit der wechselseitigen
Zusammenarbeit der Gehirnhälften.
Bei uns nun ist dieser „Datenaustausch“, wie ich vermute, nur einseitig
vorhanden, wie bei einer Einbahnstaße. Sehr wohl sind wir alle in der Lage zu
empfinden, und über unsere Empfindungen zu reflektieren. Es findet also ein
Transfer statt vom „Empfindenden“ zum „Intellekt“. Gibt es aber auch einen
Austausch vom „Intellekt“ zum „Empfindenden“?
Würde es überhaupt einen Sinn ergeben, wenn „der Denkende“ empfunden wird ?
Ich glaube schon, denn hier hätten wir den „unbeteiligten“ Beobachter, den
„Zeugen“ (der schaut, ob Jehova Scheiße baut), den alle mystischen Lehren
gefordert haben und welcher in der Lage ist, zu unserem eigenen Denken einen
Abstand herzustellen, gleichzeitig aber unser Denken in einen ganzheitlichen
Zusammenhang zu bringen. Er bringt uns nicht nur jedesmal ein kleines
Glücksgefühl der Unabhängigkeit, sondern er bringt auf die Dauer ein wenig Ruhe
in unsere dürstende Seele, und vor allem bringt er Verständnis, ja man kann
sogar sagen Einverständnis, und das nicht nur für uns selbst.
(Es kann nicht einmal ausgeschlossen werden, daß so eine höhere
„Prozessorleistung“ erreicht werden kann. Und wenn der Propeller des Verstandes
sich erst einmal unzensiert drehen kann, weil eine andere Instanz ihn prüft,
dann können wir vielleicht bald durchstarten)
Der elektrische Mönch hatte ein defektes Auge. Deshalb wurde
ihm ein zusätzliches Auge eingebaut. Macht summa summarum zwei Augen. (Douglas
Adams, aus dem Gedächtnis zitiert)
Die zentrale Verspannug
Bei mir selbst habe ich entdeckt, daß sich Verspannungen bilden, die irgendwo
im Kopf entstehen und viele Kopf und Gesichtsmuskeln betreffen. Vom Kopf aus
breiten sie sich dann zuerst auf den Nacken und Schulterbereich aus, um dann
entlang der Wirbelsäule auch den Rücken auch andere Körperteile zu
beeinträchtigen.
Nun habe ich bemerkt, daß ich nicht alleine bin mit dieser Problematik.
Es scheinen die Verspannungen vom zentralen Nervensystem selbst auszugehen. Ich
fürchte, das kann soweit gehen, daß Schädigungen der Nerven auftreten können.
Die Ursache vermute ich in einer fehlenden Harmonie der beiden Gehirnhälften,
hervorgerufen durch einseitige Denk- und Arbeitsmethoden (z. B. zu viel Arbeit
am Bildschirm, schlechte Haltung, Mobbing usw.).
Dagegen habe ich für mich eine Entspannungsmethode mit gutem Erfog entdeckt:
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Entspanne die Muskulatur des Kiefers!
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Fühle die beiden Gehirnhälften.
Fühle, daß sie beide gleich groß sind.
Und lasse den Atem frei laufen.
Lasse dein Unterkiefer locker hängen, und beobachte, was in den verspannten
Bereichen geschieht.
Ich wünsche euch denselben Erfolg den ich damit habe!
Man vergisst das leicht, deshalb sollte man sich öfter daran erinnern.
Nun mag es sinnvoll sein, Gedanken zu beenden, weil sie sich
wiederholen oder Unsinn produzieren, jedoch daraus ein generelles Denkverbot
abzuleiten, wie es verschiedene religiöse und esoterische Meditationsschulen
tun, ginge doch entschieden zu weit. Im Gegenteil, das Aussieben des Unsinns
(welcher sich zumeist ewig im Kreise drehen will) macht Platz für mehr, schafft
Neues, entfernt Müdigkeit, und verschafft uns damit mehr Zeit.
So kann man evtl. die Seele baumeln lassen, ohne sie zu erhängen.