Weitere Pressemeldungen ab 7.10.05

 
Moskau: Kirchenfaschisten-Webseite abgeschaltet
 
Orthodoxe Fundamentalisten-Webseite abgeschaltet
Moskau. Ein Petersburger Internet-Provider hat die Webseite der orthodox-fundamentalistischen Zeitung "Rus Prawoslawnaja" abgeschaltet. Dies hatten Bürgerrechtler und Behörden gefordert.
Der Chefredakteur Konstantin Duschenow kündigte an, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.
Antisemitische Hetze in jeder Ausgabe
Die Zeitung "Rus Prawoslawnaja (Rechtgläubiges Altes Russland)" erscheint in einer kleinen Auflage etwa einmal pro Monat und hatte zuletzt Anfang des Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Das Blatt veröffentlichte damals einen von zwanzig Duma-Abgeordneten unterzeichneten offenen Brief, in dem das Verbot aller jüdischen Organisationen in Russland gefordert wurde. Ein nicht unerheblicher Teil jeder Ausgabe ist für antijüdische Hetzartikel reserviert.
Nach Ansicht des Extremismus-Experten Alexander Werchowski hat "Rus Prawoslawnaja" einen nicht zu unterschätzenden Einfluss innerhalb der orthodoxen Kirche, obwohl die Zeitung fast nirgendwo zu kaufen war. Fast die gesamte Auflage sei an Gleichgesinnte in den russischen Bistümern versandt worden, sagte Werchowski dem epd. Teilweise sei sie dort sogar von Kirchen-Mitarbeitern weiterverteilt worden.´..........
 
Bei aktuell.RU
o Antisemitismus: Extremisten im Nadelstreifenanzug (7.2.2005)
o Duma-Abgeordnete hetzen gegen Juden (25.1.2005)
o Für Gott, Zar und Vaterland (27.11.2003)
 
http://www.russland-aktuell.ru/russland/medien_internet/orthodoxe_fundamentalisten_webseite_abgeschaltet_345.html
 

 
SPIEGEL ONLINE - 25. November 2005,
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,386709,00.html
 
Interview mit Priester Kügler
"Katholische Kirche ist größte transnationale Schwulenorganisation"
Der Jesuit und Psychotherapeut Hermann Kügler hat den neuen sogenannten Schwulen-Erlass des Vatikan scharf kritisiert. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE beklagt er "Gesinnungsschnüffelei" in den Priesterseminaren und warnt vor einer Diskriminierung Homosexueller.
 
SPIEGEL ONLINE: Der Vatikan hat mit der neuen Richtlinie zum Umgang mit homosexuellen Priesteramtskandidaten die Konsequenz aus einer Reihe von Skandalen gezogen: Etliche Priester hatten Minderjährige - zumeist Jungen - sexuell missbraucht. War der Schritt, praktizierenden Homosexuellen das Priesteramt zu verwehren, nicht überfällig?
 
Kügler: Erstens: Praktizierende Homosexuelle sind nicht anders zu bewerten als praktizierende Heterosexuelle. In der katholischen Kirche gilt die Zölibatsverpflichtung, die sexuelle Abstinenz für Geistliche, für alle in gleicher Weise. Insofern sind Homosexuelle keine eigene Klasse von Menschen. Zweitens: Es ist ein Vorurteil zu sagen, alle Homosexuellen seien pädophil. Das ist falsch. Pädophile gibt es genauso unter Hetero- oder Bisexuellen. Es ist diskriminierend, wenn man homosexuell empfindenden Menschen unterstellt, sie seien verkappte Kinderschänder. Das ist völliger Unfug.
 
SPIEGEL ONLINE: Dennoch waren die Opfer der in der katholischen Kirche bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester vor allem Jungen. Kügler: Das ist ein Indiz dafür, dass das Priesteramt in der katholischen Kirche hoch attraktiv ist für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung auf einer kindlichen oder pubertären Stufe stehen geblieben sind. Viele angehende Priester unterliegen dem Irrtum, dass sie sich mit ihrer psychosexuellen Entwicklung nicht auseinandersetzen müssen, da sie ja ohnehin ein zölibatäres Amt anstreben...............
 

 
Schwere Vorwürfe gegen Bischöfe in Missbrauchsskandal in Irland
 
Dublin (AP) Irische Ermittler haben in Zusammenhang mit einem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche schwere Vorwürfe gegen ehemalige Bischöfe sowie gegen Polizei und Behörden erhoben. Seit den 60er Jahren hätten Bischöfe in der Diözese Ferns im Südwesten Irlands den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gedeckt und die Verantwortlichen geschützt, hieß es in einem am Dienstag in Dublin veröffentlichten Untersuchungsbericht.
Ein Pfarrer sei beschuldigt worden, zehn Mädchen auf einem Altar missbraucht zu haben, sei jedoch nie zur Verantwortung gezogen worden. Auch andere Verdächtige seien allenfalls zeitweise in andere Gemeinden nach England versetzt worden, hieß es in dem 271-seitigen Bericht von Untersuchungsrichter Frank Murphy. Bischof Brendan Comiskey habe sich offenbar kaum bemüht, Beschuldigungen vor allem gegen den Pfarrer Sean Fortune nachzugehen, gegen den 26 Jungen Missbrauchsvorwürfe erhoben hatten. Auch die Polizei habe nur selten Ermittlungen eingeleitet.
Fortune beging 1999 Selbstmord, nachdem er wegen der Belästigung und Vergewaltigung von 66 Jungen angeklagt worden war. Comiskey trat 2002 zurück und gab zu, zu wenig gegen die Missbräuche unternommen zu haben. Dem Bericht zufolge reichen die Anfänge des Skandals bis in die 60er Jahre zurück. Murphy befragte für seine Ermittlungen seit Anfang 2003 mehr als 100 mutmaßliche Opfer von 21 Pfarrern, die zwischen 1966 und 2002 in Ferns tätig waren.
Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, bezeichnete die Ergebnisse des Berichts als entsetzlich. Er rief mögliche weitere Missbrauchsopfer auf, an die Öffentlichkeit zu gehen. Ministerpräsident Bertie Ahern bezeichnete den Bericht vor dem Parlament als "Katalog von Serienmissbräuchen und groben Pflichtversäumnissen".
http://de.news.yahoo.com/051025/12/4qlw5.html
 

 
LETZTE INSTANZ
Rumänischer Häftling klagt gegen Gott
Weil er ihn "nicht vor dem Teufel geschützt" habe, will ein wegen Mordes verurteilter rumänischer Häftling Gott verklagen. Ein entsprechendes Schriftstück hat der Mann bereits beim Gerichtshof eingereicht.
Bukarest - In seiner Klage beschuldigt der zu 20 Jahren Haft verurteilte Mann Gott, dass dieser ihn "nicht vor dem Teufel geschützt" habe. Durch die Taufe sei er einen Vertrag mit Gott eingegangen. Dieser habe sich verpflichtet, ihn vor dem Teufel und Unannehmlichkeiten im Leben schützen, behauptete der Häftling, wie die Nachrichtenagentur Mediafax heute meldete.
In dem Schriftstück, das er beim Gerichtshof im westrumänischen Timisoara einreichte, forderte der Häftling die Eröffnung eines strafrechtlichen Verfahrens gegen "Gott, mit dem Wohnsitz im Himmel, vertreten in Rumänien durch die Orthodoxe Kirche" unter anderem wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs. Die Klage wurde an das Polizeiinspektorat des Kreises Timis weitergeleitet, hieß es.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,379821,00.html
 

 
Vatikan half -Flucht aus der Todeszelle nach Südamerika
Spurensuche: Nach 60 Jahren sind die Rätsel um Berthold Heilig gelöst
 
Das Buch fesselt wie ein Thriller. Die Fakten sind unglaublich. Sie bringen Licht ins Dunkel der abenteuerlichen Flucht des Braunschweiger Nazi-Führers Berthold Heilig. Sie schließen nach 60 Jahren eine Lücke in Braunschweigs Stadtgeschichte. Heilig fand Helfer vor allem bei den Kirchen, bei ehemaligen Nazis und sogar bei einem Engländer. Nur deswegen gelang dem 1947 in Braunschweig wegen Mordes zum Tode Verurteilten die Flucht nach Argentinien.
 
In keiner Veröffentlichung, in keinem Archiv fand sich bisher ein gesicherter Hinweis über Heiligs Verbleib nach dem Zweiten Weltkrieg. Journalist Eckhard Schimpf, früher stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, fand die Spur, hat ein Jahrzehnt lang recherchiert und das Geheimnis um den ranghöchsten Nazi der Stadt endlich gelüftet.
 
In eine Mönchskutte getarnt
 
Darin deckt Schimpf auf:
 
Ein englischer Offizier hilft aus Liebe zu Heiligs früherer Sekretärin dem Nazi-Verbrecher im Dezember 1948 zur Flucht. Heilig bricht aus der Todeszelle des Zuchthauses Wolfenbüttel aus. Der Engländer bringt ihn aus der Stadt, zum Bahnhof nach Hannover.
 
Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche bereiten dem Nazi-Mörder den Weg in die Freiheit. Mit einer Mönchskutte getarnt gelangt er von Kloster zu Kloster bis zum Vatikan. Dort findet er im Anima-Priesterseminar in Rom Unterschlupf und bekommt neue Papiere.
 
Heilig entkommt nach Argentinien (1951), profitiert von den "Odessa"-Strukturen ("Odessa": Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen, ein Zusammenschluss unverbesserlicher Nazis).
 
Heiligs Frau kommt ein Jahr später mit den drei Töchtern nach. Doch Heilig hat inzwischen eine neue Geliebte. Die Ehefrau und die drei Töchter reisen wenige Monate später tief enttäuscht und entnervt ab. Danach reißt der Kontakt ab.
 
Als Hans (später Juan) Richwitz führt Heilig in Argentinien ein ärmliches Leben. Er hat nichts gelernt, außer gnadenloser Nazi zu sein. Er betreibt eine Hasenfarm. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin zusammen, deren Tochter den Steifvater später als "schizophren" und als "Quartalssäufer" bezeichnet. Heilig stürzt sich 1978 vom 10. Stock eines Hochhauses in Tucuman in den Tod.
 
Ursprung für das Buch war ein Artikel Schimpfs über Heilig in der Braunschweiger Zeitung (1987). Es meldete sich eine der Heilig-Töchter. Sie fachte das Interesse des Journalisten an, der als Kind 1944 dem Naziführer auch selbst schon einmal begegnet war. 1997 traf Schimpf den Uhrenfabrikanten Gerd R. Lang, einen gebürtigen Braunschweiger, der die Heilig-Familie aus Jugendtagen in Velthheim/Ohe kannte. Er berichtete von einem Tagebuch, das Heilig geschrieben hatte. Lang stellte dann den Kontakt zu den Töchtern Heiligs her. 1999 händigten sie Schimpf das Tagebuch und viele weitere Unterlagen aus.
 
Nun entspann sich ein Netzwerk von Informanten. Darunter waren Priester, Kirchengelehrte, ehemalige Agenten und vor allem auch eine alte Dame, die während der Nazizeit eine hochrangige BDM-Führerin gewesen war und exzellente Kontakte zu ehemaligen CIA- und deutschen Geheimdienstlern besaß.
 
Ihre richtige Namen wollten viele von ihnen nicht nennen. Auch die Heilig-Familie bestand auf Anonymität. Mit der damaligen Zeit will niemand mehr etwas zu tun haben.
 
Packende Reportage
 
Schimpf ist ein spannendes, dichtes Werk gelungen. Wer anfängt zu lesen, will wissen, wie es weitergeht. Die beiden Erzähl-Ebenen, Heiligs Leben und die Mühen der Recherche, machen einen besonderen Reiz aus. Das Buch ist Geschichtsaufbereitung und gleichzeitig lebendige Reportage. Es fasziniert.
 
Zeitzeugenberichte, Briefe, Dokumente aus dem Vatikan und Tagebuchnotizen, die ihm Heiligs Töchter zur Verfügung stellten, ergeben einen packenden Lesestoff.
 
Von Montag an wird Schimpfs Buch "Heilig. Die Flucht des Braunschweiger Naziführers auf der Vatikan-Route nach Südamerika" in täglichen Folgen im Lokalteil Braunschweig abgedruckt
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/4606085
 

 
Ein Antisemit und Kriegsfreund wird seliggesprochen
 
Ein Antisemit und Kriegsfreund Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878–1946) wird am Sonntag in Rom selig gesprochen. In seiner Person bündelt sich die Lebenslüge des deutschen Nachkriegskatholizismus
 
........Christlicher Judenhaß
 
Und jetzt ist eine neue Seligsprechung in Aussicht, diesmal eines Mannes, der das Verdienst hatte, gegen die Tötung der Behinderten zu protestieren, was lobend anzuerkennen ist: des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen (1878–1946), der aber keineswegs ein Widerstandskämpfer gegen die Judenverfolgung war. »In einem Hirtenbrief vom 14. September 1941 übte er scharfe Kritik ... wie schon zweimal zuvor, an der Tötung von Geisteskranken. Die mutige Tat sichert Galen bis heute Bewunderung. Weniger häufig wird ein anderer Passus aus dem gleichen Hirtenbrief erwähnt. Darin nannte es der Bischof von Münster eine ›Befreiung von einer ernsten Sorge und eine Erlösung von schwerem Druck‹, daß ›der Führer und Reichskanzler‹ am 22. Juni 1941 (anläßlich des Überfalls auf die Sowjetunion) den ›Russenpakt‹, also den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939, für erloschen erklärt habe. Galen zitiert in diesem Zusammenhang zustimmend Hitlers Wort von der ›jüdisch-bolschewistischen Machtherrschaft‹ in Moskau.« (Der Spiegel, 17.11. 2003) Ein Widerstand von Galens gegen die Judenvernichtung hat nie stattgefunden.
 
Wie war es möglich, daß Galen mit Hitler in dem Wort »jüdisch« einen Negativ-Begriff sehen konnte? Das war möglich, weil das Christentum, um seine Ausbreitung im Römischen Reich nicht zu untergraben, die Kreuzigung Jesu nicht Pilatus, sondern den Juden angelastet hat. Die Passionsgeschichten der Evangelien sind politische Tendenzgeschichten, verfaßt mit der Absicht, die Christen von dem Ruch der Staatsfeindlichkeit reinzuwaschen. Deshalb behaupten die Evangelien wahrheitswidrig: die Juden sind an allem Schuld. Nicht Pilatus (er und seine Frau wurden später sogar heiliggesprochen), sondern die Juden hätten Jesus umgebracht. Die Juden seien die Feinde der Christen und nicht die Christen die Feinde der Römer. .............
http://www.jungewelt.de/2005/10-07/004.php
 

 
Die große Stille
 

 
Bildquelle: http://www.kreuz.net/article/article.1986.2.jpg

 
Henker? Kuklux-Klan? Nein, nur der Klostergang im Mutterkloster des Kartäuserordens.
 
Ein neuer Film steht an: Über 160 Minuten lang fast absolute Stille. Wie kann das im Kino funktionieren? Und was hat der Streifen mit dem heutigen Tag zu tun?
 
Vor vier Jahren erhielt der Filmemacher Philip Gröning (46) die Erlaubnis, in der Grand Chartreuse Aufnahmen zu machen. Er hatte das Bedürfnis, einen Film herzustellen, der die „fast archaischen Wurzeln unserer Kultur“ reflektiert.
 
Die Grand Chartreuse ist das Mutterkloster des Kartäuserordens. Sie befindet sich in den französischen Alpen in der Nähe von Grenoble. Die Kartäuser sind Eremiten und gelten als der strengste Orden der Katholischen Kirche.......
 
http://www.kreuz.net/article.1986.html
 

 
MEXIKO
 
Jesus und die Macht des Geldes
 
Darf ein guter Katholik Drogengeld annehmen? In Mexiko streiten Kirche und Regierung über Almosen, die die Rauschgiftmafia den Priestern zukommen lässt.
 
Ramon Godínez Flores ist ein guter Katholik: Fromm, unauffällig, unpolitisch. Bis jetzt. Doch nun ist der Bischof von Aguascalientes, einem Sprengel im Nordwesten Mexikos, durch Äußerungen aufgefallen, die das fragile Verhältnis zwischen katholischer Kirche und der Regierung von Präsident Vicente Fox beschädigen.
 
Scheinbar unbedacht gestand der 69 Jahre alte Kirchenfürst dieser Tage, die mexikanische Kirche erhalte Almosen von den Drogenkartellen des Landes. Godínez, seit einem Vierteljahrhundert Bischof, fand das offenbar ganz in Ordnung. "Uns steht es nicht zu, die Herkunft des Geldes zu prüfen, das wir erhalten", meinte er. "Jesus hat vor 2000 Jahren die Sünderin Maria Magdalena doch auch nicht gefragt, woher sie das Geld für das Öl habe, mit dem sie ihm die Füße gesalbt hat." Entscheidend sei, dass mit dem Geld Gutes getan werde.
 
Godínez' Äußerungen belebten gleich zwei Debatten neu. Was darf die Kirche sich gegenüber dem Staat herausnehmen, und wie sehr sind die Kirchenfürsten mit der organisierten Kriminalität verbandelt? Die Antwort auf die erste Frage gab Regierungssprecher Rubén Aguilar: "Niemand darf, unter welchen Umständen auch immer, illegales Geld annehmen, auch nicht die katholische Kirche." Zur zweiten Frage gibt es nur Gerüchte.
 
Der Ärger der Regierung ist verständlich, denn die Äußerungen des Bischofs torpedieren den ohnehin schweren Kampf gegen die Rauschgiftkartelle im Norden des Landes. Dort kämpfen Drogenbarone - fast ungehindert durch die Staatsmacht - um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA. Dabei sind seit Jahresbeginn mehr als 1000 Menschen bei Gewalttaten im Zusammenhang mit Drogendelikten ums Leben gekommen..........
 
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/nachrichten/?sid=ef9d2ab6fd075236f038d059effea4e5&cnt=736708
 
Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle.
(JESUS-MT 21,13)
 
Ohne Kirche - keine Hölle.
(Max Frisch)
 
Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.
(Kirchenlehrer Ambrosius)
 

 
Sehr geehrte Damen und Herren
 
von einer Ihrer Dienstamtsgehilfinnen habe ich das beiliegende Traktat erhalten. Ihre Dienstamtsgehilfin glaubt felsenfest an Satan, während ich die Existenz des Satans vehement bestreite. Ihr Traktat bestärkt viele Menschen in ihrem Glauben an Satan. Vom Glauben an Satan versprechen sie sich alles, was in Ihrem Traktat beschrieben ist: Anerkennung, Reichtum und Macht. Und wenn ich mir die Autos anschaue, die anläßlich der Zusammenkünfte am Königreichssaal in Mönchengladbach stehen, komme ich auch manchmal ins Grübeln, ob der Glaube an Satan sich vielleicht auch für mich lohnen würde. Da stehen Nobelkarossen, die davon zeugen, daß man sich in dieser Welt sehr gut eingerichtet hat. Mein Verstand sagt mir dann aber, daß der Glaube an Satan völlig unlogisch und barer Unsinn ist.........
 
aus:
http://www.scandalpress.com/
 

 
Die religiöse Rechte hat einen Vogel
 
Der Pinguin, ein Bewohner der Antarktis, spielt die Hauptrolle in einem Film, der in den USA zu Propaganda im Kulturkampf geworden ist. Von Thomas Isler
 
Pinguine sind Seevögel, die nicht fliegen können. Sie schiessen dafür schnell wie Torpedos durchs Wasser, und an Land gehen sie aufrecht wie Menschen. Wegen ihrer starren Kniegelenke watscheln sie ein bisschen. Zudem sind sie leicht kurzsichtig. Das finden fast alle Menschen drollig und possierlich. Pinguine sind deshalb beliebte Trickfilmfiguren. Sie helfen auch mit, Kühlschränke und Glaces zu vermarkten, englische Taschenbücher oder das Computerbetriebssystem Linux.
 
In den USA sind sie diesen Sommer sogar zum Wappentier christlicher Fundamentalisten geworden. Zum schlagenden Beweis dafür, dass die Lehre von der Evolution eben doch eine Irrlehre sei und der liebe Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen habe. Zu Tausenden strömten die Christen in die Kinos, um sich den Dokumentarfilm «March of the Penguins» anzusehen, die Reise der Pinguine. Anschliessend lobten die Gläubigen die monogame Lebensweise der Pinguine, ihre Aufopferung bei der Aufzucht der Jungen, ja ganz allgemein die traditionellen Familienwerte, welche die Tiere in der unwirtlichen Antarktis unverdrossen hochhielten. «March of the Penguins» ist inzwischen der zweiterfolgreichste Dokumentarfilm der USA - hinter Michael Moores «Fahrenheit 9/11».
 
Gedreht hat den Pinguin-Film, der am 6. Oktober in die Schweizer Kinos kommt, ein Franzose. Luc Jacquet, 37, ist Tierfilmer und Biologe und glaubt als solcher durchaus an Darwins Evolutionstheorie. Er hat 1993 schon beim Schweizer Dokumentarfilm «Kongress der Pinguine» als Kameramann mitgewirkt und sich dabei in die Antarktis und ihre seltsamen Tiere verliebt.
 
In «March of the Penguins» verfolgt Jacquet den Jahreszyklus im Leben der grossen Kaiserpinguine. Er zeigt, wie sie im März in Scharen zu ihren Balz- und Brutplätzen wackeln. Wie sie in der riesigen Masse meist wieder den Partner von letztem Jahr finden, wie sie kopulieren und wie die Mutter kurz darauf ein einziges Ei legt, das sie sofort dem Vater übergibt, der es vor der unerbittlichen Kälte schützen und ausbrüten muss. Die Weibchen ziehen darauf zum Ozean, wo sie sich voll fressen. Zirka nach 60 Tagen kehren sie zurück, worauf ihnen die ausgehungerten Väter die inzwischen geschlüpften Kücken übergeben, um sich nun ihrerseits zum langen Marsch ans Meer aufzumachen.
 
Es ist ein Tierfilm, produziert vom Branchenriesen Warner Independent und dem Magazin «National Geographic». Allerdings wurden die Tiere zünftig vermenschlicht, die Familie Pinguin spricht mit Schauspielerstimmen zum Publikum. In der amerikanischen Version wurden die Bilder zudem mit üppiger Musik überzuckert, der Schauspieler Morgan Freeman konnte als sonorer Erzähler gewonnen werden. Es ist ein 85-minütiger Dokumentarfilm mit Rating G - alle Altersklassen zugelassen.
 
Die religiösen Konservativen in den USA haben den Film sofort als eine Art Propagandastreifen adoptiert, trotz der ziemlich fortschrittlichen Kinderbetreuung der Pinguine. Der religiöse Filmkritiker Michael Medved urteilte: «Der Film des Sommers, der höchst leidenschaftlich traditionelle Werte wie Monogamie, Aufopferung und das Grossziehen von Kindern bejaht.» Auch Rich Lowry von der «National Review» lobte die Pinguine vor jungen Republikanern als «ideales Beispiel der Monogamie». Im christlichen «World Magazine» feierte man den Film als Beweis dafür, dass das Leben eben doch zu komplex sei, als dass es nach Darwins Gesetzen habe entstehen können. Bemängelt wurde einzig, dass der Film die Rolle Gottes als Schöpfer ausspare. Aber: «Diese Lücke lässt sich ja in der familieninternen Diskussion nach dem Film leicht füllen.» Pfarrer Ben Hunt aus Sydney, Ohio, der vermutet, der Heilige Geist leite die Pinguine auf ihrer Reise durchs ewige Eis, hat Ausflüge ins örtliche Kino organisiert. Auf seiner Homepage empfiehlt er: «Benutzen Sie doch Notizblock, Schreiber und Taschenlampe, um zu notieren, was Gott während des Filmes zu Ihnen spricht.»..........
http://www.nzz.ch/2005/09/25/al/articleD5Q3L.html
 

 
Buchtipp:
Der unheimliche Papst - Reinhardts Biografie von Alexander VI

 

 
Bildquelle: http://www.networld.at/articles/0538/img/121904_i.jpg?1129119297

 
Der freizügige und skrupellose Lebens- und Herrschaftsstil Alexanders VI. (1431-1503) liefert bis heute Stoff für Legenden, Romane und Filme. Volker Reinhardt erzählt anschaulich, wie der bei Frauen beliebte junge Kavalier Rodrigo Borgia zum unumschränkt herrschenden Papst wurde, und zeigt, worin jenseits aller Legenden das Einzigartige und Unheimliche seines Aufstiegs, seiner Regierung und seiner Persönlichkeit bestand. Damit liegt erstmals nach fast vierzig Jahren wieder eine seriöse Biographie dieses Renaissance-Papstes vor.
Die Borgia gehörten nicht zu den mächtigen alten Familien Italiens, aber als Neffe von Papst Calixtus III. wurde Rodrigo Borgia zum Kardinal erhoben und mit reichen Einkünften ausgestattet. Diese Mittel nutzte er zu glänzender Selbstdarstellung, Hofhaltung, ja zur Gründung eines Familienhaushalts - und setzte sie schließlich 1492 dazu ein, selbst Papst zu werden.
Der Vatikan wurde während seines elfjährigen Pontifikats zum Ort von ausgelassenen Festen und Giftmorden. Vor allem aber strebte der Papst als treusorgender Familienvater danach, seinen Kindern eine fürstliche Stellung in Italien zu verschaffen. Seine Tochter Lucrezia Borgia wurde mit italienischen Fürsten verheiratet und auch wieder geschieden oder durch Mord ihres Ehemanns entledigt, wenn sich eine noch bessere Partie anbot.
Fast ununterbrochen führte der Papst Kriege oder ließ diese von seinem skrupellosen Sohn Cesare führen - im Namen der Kirche, doch im Interesse der Familie.
Er schloß Allianzen mit europäischen Fürsten, am längsten und erfolgreichsten mit König Ludwig XII. von Frankreich - um kurz vor seinem Tod auch diesen zu verraten. Und parallel zu dieser machiavellistischen Machtpolitik amtierte der Papst als Haupt der Kirche: theologisch konservativ und in frommer Verehrung der Heiligen.
Der Autor
Volker Reinhardt, geb. 1954, ......
Weiteres bei:
http://www.networld.at/index.html?/articles/0538/15/121904.shtml

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