Verwandte Themen hierzu findet man auch auf folgenden Seiten:
Einstein   und seine (prophetische?) Weltsicht
Eine erweiterte Informationstheorie   hier verlinkt zu Heisenbergs Unschärferelation


Freier Wille ?

 
An Freiheit des Menschen im philosophischen Sinne glaube ich keineswegs. Jeder handelt nicht nur unter äusserem Zwang, sondern auch gemäss innerer Notwendigkeit.
(Albert Einstein, dt.-am. Physiker, 1879-1955 Aus: Meine Weltsicht)
 
Ist es so? Muß man überhaupt noch mehr dazu sagen?
 
Verstößt Gott je gegen seine eigenen Naturgesetze?
 
Ich persönlich bin konfessionslos, aber kein Atheist.
Mein Gottesbild....
(ok, ok, man soll sich von Gott klein Bild machen, das steht in der Bibel und auch im Koran, doch andere machen sich sogar Bilder von den Wohnungen, die Gott für sie nach dem Tod vielleicht bereithält )
....entspricht am ehesten dem von Schopenhauer:
 
Die Natur selbst ist Gott   (Schopenhauer)

 
Und als Kontrast setze ich eine kritische Aussage dagegen:
 
Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als Mann vor.
(Uta Ranke-Heinemann, Theologin)
 
Wie ist das denn eigentlich:
Wenn ich etwas falsch mache, dann muß ich mit den Folgen leben.
Wenn ich wiederholt etwas falsch mache, dann sammelt sich "Karma" an.
(Karma als Ursache-Wirkung-Prinzip, wie man mir in Asien immer wieder versichert hat)
Wenn ich etwas richtig mache, kann ich mich darüber freuen, daß es funktioniert hat, oder?
 
Aber von Freiheit oder freiem Willen bin ich da völlig frei.

 
Was soll der freie Wille überhaupt sein?
Tu was du willst, sei das ganze Gesetz?
Es bleibt die Frage offen: Wie weit ist es von da bis:
Mach ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann?
 

Geht es uns eingentlich um Gott, oder nur um uns selbst, und was mit uns nach dem Tode passiert?
Wird hier ein Egoismus propagiert? Ein Egoismus in Ewigkeit Amen?
Evolution. Selektion und Mutation. Mutation muß beweisen, ob sie dem Überleben des Stärkeren gerecht werden kann.
Diese beiden, üblicherweise als rivalisierenden Modelle angeboten, was haben sie gemeinsam? Egoismus ohne Ende?
 
Wozu wird ein freier Wille gebraucht?
Damit ich tun kann, was ich will?
Na gut, dann setze ich meine Umgebung ordentlich unter Druck, dann kann ich evtl. tun was ich will.
Liegt also der Propaganda für den freien Willen eine Umverteilung zu Gunsten des stärksten Egoisten zugrunde?
 
Wenn jeder an sich selber denkt, ist an alle gedacht.
Zitatquelle:
Ulrich Kuhnke (* 1960 in Dortmund) , deutscher katholischer Theologe.

Hier einige Pressemeildungen aus Wissenschaft, Neurologie und Psychologie:
(Wer sich eingehender mit dieser Problematik beschäftigen will, der beachte bitte auch diese Überlegungen:  Vom imaginären Charakter der Psyche )

14. April 2008
Hirnforschung
Freier Wille - eine Illusion?
Schon bevor wir eine Entscheidung bewusst treffen, ist sie bereits im Gehirn ablesbar. Durch die Ergebnisse einer neuen Studie wird die Existenz eines freien Willens in Frage gestellt. Würden wir über jeden unserer Schritte oder jeden Atemzug nachdenken, wir wären hoffnungslos überfordert. "Viele Prozesse im Gehirn laufen unbewusst ab", erklärt John-Dylan Haynes vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience in Berlin. "Von unseren Entscheidungen aber glauben wir in der Regel, dass wir sie bewusst fällen." In ihrer Untersuchung, die die Forscher im Fachmagazin "Nature Neuroscience" veröffentlichten, machten die Wissenschaftler allerdings eine beunruhigende Entdeckung: Schon bis zu zehn Sekunden vor der bewussten Entscheidung weiß anscheinend das Gehirn schon darüber Bescheid........
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/entscheidungen-der-un-bewusste-wille_aid_282185.html
http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Hirnforschung-Freier-Wille-Illusion/617174.html
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/11403


27.05.2007
Es gibt keine unzerstörbare Ich-Einheit
.....Es gibt keine unzerstörbare Ich-Einheit. Der Gedanke einer geistigen Ich-Substanz in uns ist eine Illusion. Das belegen für Gerhard Roth eindeutig die nüchternen Erkenntnisse der Neurologie.
Wir haben ein Wahrnehmungs-Ich, ein Gedächtnis-Ich, ein emotionales Ich und viele Unter-Iche und die können auch relativ unabhängig voneinander ausfallen. Man kann zum Beispiel das autobiographische Gedächtnis verlieren. Dann erlebe ich mich zwar als körperliche Einheit, aber ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Man kann das Wahrnehmungs-Ich zerstören, dann weiß ich nicht mehr, was das alles bedeutet, was ich sehe und höre, oder ich beziehe es nicht mehr auf mich. Daraus sieht man, dass das, was ich als Einheit erlebe, außerordentlich viele verschiedene Dimensionen hat, die auch relativ unabhängig voneinander gestört werden können. Und noch eines ist wichtig: das Gefühl, ich sei der Produzent meiner Handlungen ist natürlich eine Illusion. Der Produzent meiner Handlungen ist das Gehirn und ich selber bin ein Widerschein dieser Handlungen........
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/628899/


08.08.2007
Menschlicher Geist
"Das Rätsel ist im Wesentlichen entschlüsselt"

....sueddeutsche.de: Wie definieren Sie dann Bewusstsein?

Wuketits: Ein Zustand des Gehirns, der dessen Träger in die Lage versetzt, Situationen in seiner Umgebung beziehungsweise seine eigene Situation zu reflektieren. Darüber nachzudenken.

sueddeutsche.de: Aber kann ich nicht gerade dank der Reflektion und Selbstreflektion bewusste Entscheidungen fällen? Das klingt doch nach freiem Willen.

Wuketits: Selbstreflektion und das Abwägen von Gründen zum Beispiel sind kein Beweis für einen freien Willen. Sie spiegeln lediglich den komplexen Entscheidungsprozess wieder, der in unserem Gehirn stattfindet. Und ich behaupte nicht, dass es keinen Willen gibt.

Wir wollen alles mögliche. Ein langes Leben, einen Flug zum Mond. Die Frage ist, ob dieser Wille frei ist. Da sage ich: Nein......
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/457/127255/


28.09.07
Haben wir einen freien Willen?
Die Situation kennt jeder von uns: Man liegt morgens im Bett, weiß, dass es Zeit zum Aufstehen ist, döst aber noch ein wenig. Doch plötzlich beginnt man, aus dem Bett zu steigen, obwohl es keinen bewussten Gedanken an das Aufstehen gab. Was also lässt uns handeln?
Der Psychologe Guy Claxton von der britischen Universität Bristol nutzt das Beispiel, um die alte Menschheitsfrage zu beantworten: Haben wir einen freien Willen? Für Claxton erscheint der Fall klar. „Jemand entscheidet aufzustehen, tut es aber nicht“, sagt er. „Sobald er nicht mehr daran denkt, tut er es plötzlich doch. Dies zeigt, dass unsere bewusste Erfahrung des Selbst und die Kontrolle darüber ausgefeilte Illusionen sind.“.....

..... Auch der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth glaubt, der freie Wille sei eine Illusion. Als Beleg dient ihm unter anderem der Bericht eines kanadischen Hirnchirurgen, der das Hirn eines Epilepsie-Patienten mit Elektroden stimuliert hatte, um den Erkrankungsherd zu finden. Dabei traf der Arzt auch ein Bewegungszentrum, worauf der Patient – er war während der Prozedur bei Bewusstsein – einen Arm hob. Auf die Frage, warum er seinen Arm bewegt habe, antwortete der Mann: „Weil ich es wollte.“ Unserem Bewusstsein bleibt verborgen, dass eigentlich das Unbewusste „der Chef ist“, meint Roth......

Ist der freie Wille nur eine Illusion?

Schon früher bestritten Forscher und Denker, darunter Sigmund Freud, der Urvater der Psychoanalyse, und der Philosoph Friedrich Nietzsche, dass uns ein freier Wille zu eigen sei. Der Begriff Sünde sei „erfunden sammt dem zugehörigen Folter-Instrument, dem Begriff ,freier Wille´, um die Instinkte zu verwirren, um das Misstrauen gegen die Instinkte zur zweiten Natur zu machen!“, polterte Nietzsche in seiner Schrift „Ecce homo“, einer Abrechnung mit dem Gottesbild des Christentums......
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/odenwalds_universum/odenwalds-universum_aid_133856.html


 

Wolf Singer (Hirnforscher) "Warum postulieren wir in unserem Gehirn einen autonomen Beweger?" (Vortrag-Audio)
http://www.trl-frankfurt.de/index.php?article_id=193&clang=0


25.04.2006
Hirnforschung und Philosophie
"Der freie Wille ist nur ein gutes Gefühl"
Das Weltbild des Hirnforschers Wolf Singer gefährdet die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens - warnt der Philosoph Jürgen Habermas. Denn: Singer hält unsere Vorstellung von einem freien Willen für eine Illusion. Im Gespräch mit sueddeutsche.de verteidigt der Naturwissenschaftler seine Position gegen die heftige Kritik des Philosophen.......
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/113/74039/print.html

Sehr spannender und langer Text.
 
Eine kurze Recherche über Jürgen Habermas führte mich auf Seiten, die oft den Begriff "postsäkuläre Gesellschaft" enthalten, und nach einem Blick auf das hier erhebt sich für mich die Frage, ob man ihn nicht eher als eine Art evangelischen Moraltheologen bezeichnen könnte. (Nur ein kleiner Versuch zur Klärung der Fronten.)

 

 
17.12.2008
Gehirn als Welle: Wissenschaft und Religion im Einklang
Kann die Wissenschaft einen Brückenschlag zur Religion anbieten? Diese Frage haben sich bereits Generationen von Naturwissenschaftlern und Philosophen ergebnislos gestellt. Neueste Ergebnisse aus der modernen Quantenphysik lassen jedoch darauf schließen, dass menschliches Bewusstsein auch außerhalb des Körpers existiert, was wiederum ein Hinweis auf eine unsterbliche Seele ist. Führende Physiker sprechen von einem Paradigmenwechsel, der unser Weltbild bereits in den nächsten Jahren von Grund auf revolutionieren könnte.
 
"Du kannst nicht von Gott reden, weil Gott eigentlich das Ganze ist. Und wenn er das Ganze ist, dann schließt es Dich mit ein." Dieses Zitat stammt von keinem Theologen, sondern von dem Physiker Professor Dr. Hans-Peter Dürr, einem Schüler des Nobelpreisträgers Werner Heisenberg....
 
....."Was wir Diesseits nennen, ist im Grunde die Schlacke, die Materie, also das was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere", zeigt er sich überzeugt.
 
Die Basis für die atemberaubende These liefert das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung. Bereits Albert Einstein ist auf diesen seltsamen Effekt gestoßen, hat ihn aber als "spukhafte Fernwirkung" später zu den Akten gelegt. Das Verschränkungsprinzip besagt Folgendes: Ändert ein Teilchen seinen Zustand, so erfolgt diese Änderung wie durch Geisterhand zum exakt gleichen Zeitpunkt auch bei dem anderen.....
 
....Sollten sich die Theorien der Quantenphysiker in weiteren Versuchen bestätigen, dann würden sich auch Naturwissenschaft und Religion fortan nicht mehr als Gegensätze gegenüberstehen. Vielmehr könnten sie sich komplementär ergänzen - geradewegs wie die zwei Seiten ein und derselben Münze......
http://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=m2008-12-17-2509&pc=s02

Mein Kommentar: Wenn Gott das Ganze ist, dann kann Gott nicht eine Person sein. Der persönliche Gott wäre also endgültig gestorben. Und die "individuelle" Seele ebenso. (Soll die Seele etwas "individuelles", also etwas Trennendes, oder doch etwas, das uns alle verbindet sein?) Genau wie der nationale Gott. Also der islamische, christliche, jüdische, indische, God save the Queen, Gods own country, usw. Es gäbe dann nur einen Gott.
Auf diesen Konflikt geht aber der Artikel nicht ein.


Gibt es das Ich wirklich?
Zum "2. Tag der Gesundheitsforschung" im Februar 2006 laden alle medizinischen Uni-Fakultäten das interessierte Publikum ein. Die spannendsten Erkenntnisse liefern aber nicht Viren- oder Bakterienforscher, sondern Gehirnwissenschaftler, denn sie behaupten: Unser Ich ist nur eine Illusion. Der Mensch hat kein festes Selbst und vielleicht noch nicht mal eine Seele. Werner Siefer und Christian Weber übersetzten die Forschung in die Laiensprache: Ihr an- und aufregendes Buch "ICH - wie wir uns selbst erfinden" ist gerade erschienen.
 
Die vierte Entthronung des Menschen
 
Sigmund Freud behauptete: Der Mensch ist dreimal entthront worden. Das erste Mal, als der Astronom und Astrologe Nikolaus Kopernikus nachwies, dass die Erde nicht im Mittelpunkt der Welt steht, sondern sich um die Sonne dreht. Zum zweiten Mal, als Charles Darwin entdeckte, dass wir nicht eine unvergleichlich gelungene Krone der Schöpfung sind, sondern von den Affen abstammen, durch eine vom Zufall bestimme Evolution geschaffen wurden. Die dritte "Entthronung" geschah durch Freud selbst - als er herausfand, dass unser angeblich doch so freier Wille vom Unbewussten beeinflusst, manipuliert und (oft genug) in die Irre geleitet wird.
 
Jetzt droht der Mensch seine letzte Verteidigungsposition gegen das Chaos um ihn herum zu verlieren: Neurowissenschaftler finden immer neue Belege dafür, dass auch das menschliche Ich nur ein Zufallsprodukt aus genetischen Einflüssen und Umwelt ist, dass es keine feststehende Persönlichkeit stützt, sondern dass diese ständig neu konstruiert wird...
http://195.4.177.38:3015/Preview/sney/8b2e5cdd1bca9f2661f0c50b2090d544/0/freenet/wissenschaft/mensch/psychologie/ich/index.html

Siehe evtl. auch den Artikel:
Ist unser Wille frei?
http://195.4.177.38:3015/Preview/sney/8b2e5cdd1bca9f2661f0c50b2090d544/0/freenet/wissenschaft/pm_specials/raetsel/wille/index.html


 
Sehr interessanter Artikel:

08.08.2011
Gehirnentwicklung und Moral
"Wir brauchen ein gehirnkompatibles Rechtssystem"
Wie viel freien Willen hat ein Verbrecher? Lars Mensel sprach mit dem Neurowissenschaftler David Eagleman über die Vorhersage von kriminellem Verhalten, attraktive Psychopathen und das Gehirn von Anders Behring Breivik....
 
...The European: Aber wenn Menschen wie Breivik auf so andere Art und Weise denken, wie entsteht dieser Unterschied? Eagleman: Die Entwicklung des Gehirns ist eine komplexe Interaktion von Genen und Umgebung: Alle Gene, die man von Geburt an mitbringt, sowie jede Erfahrung, die man jemals macht – inklusive dessen, was im Mutterleib geschieht. Dazu kommen alle Kindheitserfahrungen, ob etwa die Wand mit bleihaltiger Farbe gestrichen ist, Giftstoffe in der Luft oder so etwas wie Missbrauch oder Drogen. All diese Dinge können die Richtung beeinflussen, in die sich das Gehirn entwickelt. Deswegen ist das Endergebnis sehr individuell – ein wenig wie Schneeflocken, bei denen bereits der kleinste Unterschied in Wind und Temperatur die Form ein klein wenig verändert.
„Es ist nicht einmal klar, dass wir überhaupt einen freien Willen haben“...
http://www.theeuropean.de/david-eagleman/7608-gehirnentwicklung-und-moral



Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein durch Raum und Zeit begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas von allem anderen Getrenntes - eine Art optische Täuschung seines Bewußtseins.
Albert Einstein, Physiker (1879-1955)

Zusammenfassung und Schwerpunkt auf die positives Konsequenzen, die mit einem Abschied von der Willensfreiheit verbunden sein können:

Dr. Michael Schmidt-Salomon, Trier
Von der illusorischen zur realen Freiheit
Autonome Humanität jenseits von Schuld und Sühne
(Vortrag auf dem 10. Philosophicum Lech,
siehe auch: Konrad Paul Liessmann (Hg.): Die Freiheit des Denkens. Wien 2007)
http://www.schmidt-salomon.de/bruno/Archiv/realfreih.pdf


Übersicht über die philosophische Debatte und die verschiedenen Positionen:

Haben wir einen freien Willen?
Ansgar Beckermann
http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit

Noch Fragen, Kienzle?
 
Die Determinismus-Debatte

03.09.2009
Willensfreiheit und neurologische Forschung
Ist unser Wille frei oder führt die Hirnforschung zum Determinismus?
http://bernd-henningsen.suite101.de/willensfreiheit-und-neurologische-forschung-a61096


 
Wahrnehmung wird nicht allein durch die Reizmuster determiniert; sie ist vielmehr eine dynamische Suche nach der besten Interpretation der vorliegenden Daten. (Richard Gregory)


Ist der Laplacesche Dämon eigentlich tot? Oder gibt es vielleicht doch noch Anhänger des strengen Determinismus? Entsteht jede Bewegung im Universum in logischer Abfolge aus dem Urknall oder sogar schon vorher?
 
Jedenfalls gab und gibt es Foren, in denen immer wieder einmal über die Vorherbestimmung diskutiert wurde. So ganz out scheint das Thema nicht zu sein.
 
Ähnelt die Thematik des Determinismus vielleicht einem logischen Paradoxon?
Ist es eine Art Zen-Koan?
Jemand hat einmal gesagt:
Nimm zuerst einmal an, alles ist vollkommen determiniert. Das beinhaltet die Möglichkeit zur Freiheit.
 
Warum? Wer würde überhaupt ernsthaft in der ganzen Totalität so etwas annehmen?
Ist das überhaupt möglich?
Was wäre die Konsequenz?
 
Jemand, der alles und auch sich selbst als voll determiniert erkennt, der sieht keinerlei Ausweg mehr. Ist das logisch? In ihm stirbt etwas könnte man sagen. Es geschieht ein Tod. Kein körperlicher, sondern ein geistiger. Kein Ausweg, keine Hoffnung, niemals mehr. Die Zeit selbst als Vorstellung, psychologisches Phänomen, gesellschaftliche Struktur, ist gestorben.
 
Natürlich entsteht dabei ein Zustand der Unsicherheit, der Angst. Mancher wird sich vielleicht am nächsten Baum aufhängen. Möglicherweise schreckt man deshalb davor zurück, diesen Schritt zu tun. Ich meine, man muß das einmal so drastisch darstellen, falls sich jemand tief auf dieses Thema einläßt.
 
Bei mir jedoch haben (auch) diese Übelegungen dazu geführt, daß ich das angebotene Zeit-Konzept leider nicht mehr akzeptieren kann. Möglicherweise enthält das Zeitkonzept selbst sogar ein fatalistisches Element? Sicherlich, die Zeit, die vergeht, bis ein Gegenstand zu Boden fällt, oder die Zeit, die eine Schwingung dauert, die ist messbar. Diese Zeit bestreite ich nicht (obwohl sogar von Wissenschaftlern diese Zeit gelegentlich hinterfragt wird.) Aber darüber hinaus? Was bleibt von der Zeit übrig?
 
Was wird aus der Hoffnung?
Wird sie etwa politisch eingesetzt?
Etwa nachdem Motto: Gib ihnen ein wenig Hoffnung, dann sind sie wieder unbegrenzt leidensfähig?
 


Sie sind wirklich bis hierher gekommen? Was ist zu tun? Es sieht danach aus, als hätten wir keinen freien Willen, schon allein deshalb, weil die meisten Menschen sich selbst abgetrennt vom Rest der Welt sehen wollen. Nun gibt es auch noch ein Problem mit der Zeit. Einen Ausblick könnte ein anderer Umgang mit der Zeit bieten. Auch in der Physik zweifelt man die Existenz der Zeit an. Sehen Sie bitte im Artikel Zeit nach einigen philosohischen Anmerkungen meinerseits einen wissenschaftlichen Artikel aus dem Fokus zum Thema: Zeit ist eine Illusion, und in psychischer Hinsicht den Artikel transcend time - Leere ?, wenn Sie einmal Zeit dazu haben.


 
Vielleicht könnte man das, was uns "bestimmt" ist, auch zwischen Minimum und Maximum lokalisieren?
 
Das maximal Mögliche für uns wird zuerst einmal durch unsere Dummheit begrenzt oder zunichte gemacht, oder? Die Dummheit steht also unserer bestmöglichen Bestimmung im Wege. Eine positive Bestimmung wäre widerlegt?
Wissenschaftlich ist der Determinismus auch widerlegt, soviel ich weiß.
 
Das wäre der Versuch einer Annäherung an das Maximum. Versuchen wir die Näherung an das Minimum?
 
Wenn es nur die Vergangenheit ist, die in die Zukunft wirkt, ohne daß die Gegenwart eine Rolle spielt, so müsste man das eigentlich als reinen Materialismus bezeichnen können. Das würde beinhalten, daß man den Menschen als einen berechenbaren Gegenstand betrachtet, und der Mensch sich selbst auch. Ich hoffe, wir nähern uns nicht einer solchen Sache, denn sonst hätten wir nicht nur keinen freien Willen, sondern wären auch noch vorherbestimmt.
 

Besonders Konzepte wie die Erbsünde und der Wiedergeburtsglaube fördern die Schicksalsgläubigkeit und den Determinismus, also den Glauben, wir wären schon aus grauer Vorzeit ferngesteuert.
 
Jemand hat in einem Forum das geschrieben:
 
Und auch z.B. aus psychologischer Sicht gibt es da einschlägiges Material. Und zwar hat der Hyptnose-Guru "Michael Newton" (hat nichts mit dem Newton aus dem Physikunterricht zu tun), der darauf spezialisiert war die Zeit in deinem Kopf zurückdrehen zu können, paar tausend Leute in einen tiefen Stadium versetzt, bei dem sie plötzlich über vorherige Leben sprachen. Dieses Phänomen ist schon lange bekannt, man hat immer behauptet, dass es mit Kindheitsgeschichten (aus dem jetzigen Leben) zu tun hatte, doch er hatte es als erster geschafft, die Klienten auch in die spirituelle Welt zu befördern (die Welt zwischen den Leben; viele stellen sich das als Himmel vor). Und diese paar tausend Leute, aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen, Religionen etc. die nie etwas gemeinsam zu tun hatten, haben alle das selbe über die spirituelle Welt erzählt. Alle. Ausnahmslos. Der komplette Prozess von Tod bis hin zu Wiedergeburt ist in seinen Büchern dokumentiert, ich habe eines davon in meinem Regal stehen, es ist sehr lesenswert. Heute ist der Mann in Rente, er hat aber hunderte Therapeuthen weltweit dazu ausgebildet und Nobelpreise für seine Arbeit bekommen.

.....Ich kann jedem empfehlen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen....

 
Meine Antwort:
 
Genau das möchte ich nun tun. Mich mit diesem Thema auseinandersetzen.Und zwar ganz detailiert und genau.
Danke für deinen Beitrag.

Zuerst stelle ich die 2 verschiedenen Standpunkte deutlich dar, die man dazu haben kann. Ich gehe davon aus, daß ihr
die Kritikpunkte am Wiedergeburtsglauben gesehen habt.

1.

Das Ego ist eine Illusion. Das wird behauptet, sogar in mehreren uralten Kulturkreisen. . Womöglich sogar eine Illusion im Sinne von Fake oder Betrug. Auch wenig ernstgemommene Außenseiter der Wissenschaft scheinen das zu bestätigen. Die Wiedergeburt kennt diesen Gedanken auch, allerdings versteht sie darunter einen Zustand, dien man vielleicht einmal nach 10 oder 100 Leben „erreichen“ kann. Dieser Zustand wird dann mit dem Begriff „Erleuchtung“ belegt. Erleuchtung ist üblicherweise ein Wort, das bedeutet, daß man in die Psychiatrie gehört. Außer man ist ein Mitglied der Elite. Der Dalai Lama z. B. darf auch erleuchtet sein, ohne in die Klapsmühle zu kommen.
Ist das so ungefähr richtig dargestellt?

Wie soll etwas, das schon jetzt nicht existiert, den Tod überleben können? Fragen über Fragen.

2.

Es gibt glaubhafte Erinnerungen an frühere Leben, die sogar verifiziert wurden, weil der Erinnernde Details aus seinem früheren Leben erzählen konnte, die stimmig waren. Beispielsweise Landschaftsmerkmale, Gebäude, Personen, die damals gelebt haben und ähnliches. Außerdem gibt es Leute, die Astralreisen unternehmen und auf diese Weise ihren Körper verlassen, um an Informationen zu gelangen, die an anderen Orten oder Zeiten stattfinden, -fanden, oder stattfinden werden. Möglicherweise gibt es sogar dergleichen Phänomene mehr.

Ich will hier eimal ganz deutlich dazu sagen: Es liebt mir fern, solche Leute für verrückt zu erklären. Es ist sicher etwas dran, an diesen Sachen. Es soll aber schon öfters vorgekommen sein, daß jemand an Informationen gekommen ist, deren Ursprung ungeklärt bleibt.

Hier eine sehr verblüffende Geschichte:
 
Vor ein paar Tagen ist unser Hund gestorben. Klingt banal. Zwei Tage zuvor bin ich mit unserer mittlerweile erwachsenen Tochter und dem Hund spazieren gegangen. Unterwegs habe ich eher beiläufig gesagt, der Hund hat nur noch zwei Tage. Ich bin selbst erschrocken über die Aussage, weil das Tierchen hat fast 14 Jahre bei uns und mit uns gelebt. Mitwochs, also exakt zwei Tage später bin ich mit dem Tier abend spazieren gegangen. Habe hinterher ihre Pfötchen trocken geputzt. Habe sie auf den Boden gesetzt, sie brach mit den Hinterläufen ein. Ich habe sie auf ihre Decke getragen. Blieb bei ihr, habe sie gestreichelt und sie schlief für immer ein. Meine Tochter stand dann vor mir und verlangt Auskunft, warum sie das nicht wahrnimmt oder sieht. Hintergrund ist, mein Vater, mein Bruder und ich kennen dieses Phänomen und für uns ist es selbstverständlich. Ich weiß wer anruft, ich nehme ein Handy in die Hand bevor es klingelt, alles total selbstverständlich. Aber ich weiß nicht warum meine Tochter es nicht kann und ich weiß auch nicht wie ich dies weitergeben könnte. Andererseits war ich über geraume Zeit deswegen in physchoterapeutischer Behandlung weil ich mich sehr dadurch belastet fühlte. Ich würde ihr gerne erklären, wie man merkt, wenn Gefahr droht, und möchte eigentlich, daß auch sie diese Wahrnehmung hat, damit ihr nichts geschieht. Aber ich versteh es selbst nicht. Am Wochenende habe ich mit Vater und Bruder lange darüber gesprochen, aber auch sie hatten keine Erklärung, außer man hat es, oder man hat es nicht. Die Antwort war für mich sehr unbefriedigend.
 
Gruß
Tanja.......

http://www.wer-weiss-was.de/theme44/article1855002.html !!


Hier handelt es sich um eher um „banale Alltagsgeschichten“. Prophezeiungen und Seherschauungen könnten aber ähnlich funktionieren. Daß es diese Fähigkeiten gibt, ist für mich unbestritten. Vermutlich kennt das jeder, und wenn nicht von sich selbst, dann von einer ihm bekannten Person. Und wenn nicht, dann hat er nicht aufgepasst.
Hat nicht jeder von euch einen im Verwandten- oder Bekanntenkreis, der nachts geträumt hat, daß die Mutter heute stirbt oder dergleichen?

Diese Fähigkeiten tauchen oft während des Schlafens, Träumens, Tagträumens, während der Meditation, des Gebets oder beim Seele-baumeln-lassen auf.
Das heißt, sie kommen zumeist in einem entspannten Zustand. Einem Zustand, der von wenig Egoismus geprägt ist, oder gar in einer Phase, in der der tägliche Zwang zum Egoismus aufgearbeitet wird. (In den nächtlichen Träumen). Sicherlich kann man sich auch in einen solchen Zustand versetzen, das heißt aber nicht daß deshalb Schauungen auftreten müssen.

Es gibt verschiedene Arten dieser Fähigkeit. Sie muß nicht in die Zukunft gerichtet sein, sie kann auch in die Vergangenheit gerichtet sein oder auf weite Strecken hinweg in der Gegenwart.


Mir geht es hier und jetzt darum:
Wenn es diese Fähigkeit gibt, was allerdings damals niemand hier bestritten hat, dann können solche „außerkörperlichen“ Erfahrungen wie Astralreisen oder Erinnerungen an frühere Leben auf diese Fähigkeit zurückgeführt werden. Aus diesem Grund können für mich „außerkörperliche Zustände“ nicht endgültig bewiesen werden.



23. August 2007
Forscher lassen Menschen aus dem eigenen Körper fahren
Menschen mit todesnahen Erfahrungen und intensiven Träumen berichten von dem Gefühl, sich selbst von außen zu sehen. Jetzt kann das jeder erleben: Forscher haben die Illusion mit verblüffend einfachen Mitteln künstlich erzeugt - und stellen die gesamte Vorstellung vom Ich in Frage........

....Ehrsson, der am University College in London und dem renommierten Stockholmer Karolinska-Institut forscht, filmte seine Versuchspersonen von einem Punkt etwa zwei Meter hinter ihrem Rücken aus. Er übertrug die Bilder in Echtzeit auf die Videobrillen vor den Augen der Probanden. Das rechte und das linke Auge erhielten dabei leicht versetzte Ansichten, so dass der räumliche Eindruck entstand, die Person betrachte den eigenen Körper von hinten.
Dann berührte der Wissenschaftler mit zwei Plastikstiften die Brust des Test-Teilnehmers - außerhalb des Blickwinkels der Kamera - und zugleich jene Stelle im Raum, an der sich die Brust des virtuellen Körpers befand. Das reichte aus: Die Versuchspersonen glaubten, sie hätten tatsächlich hinter ihrem eigenen Körper gesessen und ihn von dort aus beobachtet......

...Das Londoner Experiment, ein Lehrstück perfekter Illusion?...

...."Das sitzt viel tiefer", sagt Metzinger. Er sieht die Chance, dass Psychologen und Hirnforscher das Ich-Bewusstsein nun stückchenweise auseinandernehmen und auf seine körperlichen Grundlagen reduzieren können. Sollten sie damit erfolgreich sein, so werden sie wohl auch feststellen, dass es ein Ich, das allem übergeordnet ist, gar nicht gibt. Schon der Titel ihrer Forschungsarbeit klingt wie ein Kampfansage an Ego-Philosophen René Descartes: "Video Ergo Sum" - ich sehe, also bin ich.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,501713,00.html



In diesem Video wird u.a. empfohlen, falls man sich einmal plötzlich außerhalb seines Körpers befindet:
Am Besten, du machst Bewegungen im Herzrhythmus, außerdem solltest du so schnell wie möglich wieder in deinen Körper hineinschlüpfen, und keinesfalls auf liebevolle Wesen hören. Denn dein Körper braucht dich in dieser Situation dringend.
 
Das Deutsch ist nicht besonders gut. Er stammt wohl aus Russland und ist so eine Art russischer Schamane. Schaut euch auch die anderen Videos des users an (Klickst du auf das Wort besteberatung). Ich vermute eine gewisse "Verwandtschaft" zu Sorcha Faal. Wie ich darauf komme?
Es liegt daran, daß diese Meldung und das Klo-Video so gut zusammenpassen.

Ich habe Leute getroffen, die begründen ihren freien Willen mit der Aussage:
Wir haben einen freien Willen, weil Jesus für unsere Sünden gestorben ist.
 
Doch wenn ein Vater seinen Sohn umbringt, damit andere ungeschoren davon kommen können, gehört er dann nicht eingesperrt?
 
Dazu noch diese Karrikatur:  
 
FÜR MEINE SÜNDEN
soll Jesus gestorben sein? Einen Sünder
begnadigen, das darf ein hoher Herr. Aber
wer mir verspricht, mich zu begnadigen,
weil er einen anderen, an meinen Sünden
völlig unschuldigen, bereits dafür bestraft hat, der stinkt
doch nach SCHWEFEL!

 
Es gibt jedenfalls eine Menge krimineller Energie. Welcher Art ist der freie Wille, den man mit der Anbetung einer Hinrichtung zu fördern gedenkt?
 

Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk' ich noch.

Robert Ludwig
(1778 - 1832), deutscher Dichter

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