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An Freiheit des Menschen im philosophischen Sinne glaube ich keineswegs. Jeder handelt nicht nur unter äusserem Zwang, sondern auch gemäss innerer Notwendigkeit. (Albert Einstein, dt.-am. Physiker, 1879-1955 Aus: Meine Weltsicht) Insofern schließe ich mich seiner Meinung an. Verstößt Gott je gegen seine eigenen Naturgesetze? Ich persönlich bin konfessionslos, aber kein Atheist. Mein Gottesbild (ok, ok, man soll sich von Gott klein Bild machen, das steht in der Bibel und auch im Koran, doch andere machen sich sogar Bilder von den Wohnungen, die Gott für sie nach dem Tod bereithält :-)) entspricht am ehesten dem von Schopenhauer: Die Natur selbst ist Gott / Schopenhauer Und als Kontrast setze ich eine kritische Aussage dagegen: Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als Mann vor. (Uta Ranke-Heinemann, Theologin) Wie ist das denn eigentlich: Wenn ich etwas falsch mache, dann muß ich mit den Folgen leben. Wenn ich wiederholt etwas falsch mache, dann sammelt sich "Karma" an. (Karma als Ursache-Wirkung-Prinzip, wie man mir in Asien immer wieder versichert hat) Wenn ich etwas richtig mache, kann ich mich darüber freuen, daß es funktioniert hat, oder? Aber von Freiheit oder freiem Willen bin ich da völlig frei. Hier einige Pressemeildungen aus Wissenschaft, Neurologie und Psychologie: (Wer sich eingehender mit dieser Problematik beschäftigen will, der beachte bitte auch diese Überlegungen: Vom imaginären Charakter der Psyche ) 14. April 2008 Hirnforschung Freier Wille - eine Illusion? Schon bevor wir eine Entscheidung bewusst treffen, ist sie bereits im Gehirn ablesbar. Durch die Ergebnisse einer neuen Studie wird die Existenz eines freien Willens in Frage gestellt. Würden wir über jeden unserer Schritte oder jeden Atemzug nachdenken, wir wären hoffnungslos überfordert. "Viele Prozesse im Gehirn laufen unbewusst ab", erklärt John-Dylan Haynes vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience in Berlin. "Von unseren Entscheidungen aber glauben wir in der Regel, dass wir sie bewusst fällen." In ihrer Untersuchung, die die Forscher im Fachmagazin "Nature Neuroscience" veröffentlichten, machten die Wissenschaftler allerdings eine beunruhigende Entdeckung: Schon bis zu zehn Sekunden vor der bewussten Entscheidung weiß anscheinend das Gehirn schon darüber Bescheid........ http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/entscheidungen-der-un-bewusste-wille_aid_282185.html http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Hirnforschung-Freier-Wille-Illusion/617174.html http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/11403 27.05.2007 Es gibt keine unzerstörbare Ich-Einheit .....Es gibt keine unzerstörbare Ich-Einheit. Der Gedanke einer geistigen Ich-Substanz in uns ist eine Illusion. Das belegen für Gerhard Roth eindeutig die nüchternen Erkenntnisse der Neurologie. Wir haben ein Wahrnehmungs-Ich, ein Gedächtnis-Ich, ein emotionales Ich und viele Unter-Iche und die können auch relativ unabhängig voneinander ausfallen. Man kann zum Beispiel das autobiographische Gedächtnis verlieren. Dann erlebe ich mich zwar als körperliche Einheit, aber ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Man kann das Wahrnehmungs-Ich zerstören, dann weiß ich nicht mehr, was das alles bedeutet, was ich sehe und höre, oder ich beziehe es nicht mehr auf mich. Daraus sieht man, dass das, was ich als Einheit erlebe, außerordentlich viele verschiedene Dimensionen hat, die auch relativ unabhängig voneinander gestört werden können. Und noch eines ist wichtig: das Gefühl, ich sei der Produzent meiner Handlungen ist natürlich eine Illusion. Der Produzent meiner Handlungen ist das Gehirn und ich selber bin ein Widerschein dieser Handlungen........ http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/628899/
08.08.2007 ....sueddeutsche.de: Wie definieren Sie dann Bewusstsein? Wuketits: Ein Zustand des Gehirns, der dessen Träger in die Lage versetzt, Situationen in seiner Umgebung beziehungsweise seine eigene Situation zu reflektieren. Darüber nachzudenken. sueddeutsche.de: Aber kann ich nicht gerade dank der Reflektion und Selbstreflektion bewusste Entscheidungen fällen? Das klingt doch nach freiem Willen. Wuketits: Selbstreflektion und das Abwägen von Gründen zum Beispiel sind kein Beweis für einen freien Willen. Sie spiegeln lediglich den komplexen Entscheidungsprozess wieder, der in unserem Gehirn stattfindet. Und ich behaupte nicht, dass es keinen Willen gibt.
Wir wollen alles mögliche. Ein langes Leben, einen Flug zum Mond. Die Frage ist, ob dieser Wille frei ist. Da sage ich: Nein......
....Ehrsson, der am University College in London und dem renommierten Stockholmer Karolinska-Institut forscht, filmte seine Versuchspersonen von einem Punkt etwa zwei Meter hinter ihrem Rücken aus. Er übertrug die Bilder in Echtzeit auf die Videobrillen vor den Augen der Probanden. Das rechte und das linke Auge erhielten dabei leicht versetzte Ansichten, so dass der räumliche Eindruck entstand, die Person betrachte den eigenen Körper von hinten. ...Das Londoner Experiment, ein Lehrstück perfekter Illusion?...
...."Das sitzt viel tiefer", sagt Metzinger. Er sieht die Chance, dass Psychologen und Hirnforscher das Ich-Bewusstsein nun stückchenweise auseinandernehmen und auf seine körperlichen Grundlagen reduzieren können. Sollten sie damit erfolgreich sein, so werden sie wohl auch feststellen, dass es ein Ich, das allem übergeordnet ist, gar nicht gibt. Schon der Titel ihrer Forschungsarbeit klingt wie ein Kampfansage an Ego-Philosophen René Descartes: "Video Ergo Sum" - ich sehe, also bin ich.
28.09.07 ..... Auch der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth glaubt, der freie Wille sei eine Illusion. Als Beleg dient ihm unter anderem der Bericht eines kanadischen Hirnchirurgen, der das Hirn eines Epilepsie-Patienten mit Elektroden stimuliert hatte, um den Erkrankungsherd zu finden. Dabei traf der Arzt auch ein Bewegungszentrum, worauf der Patient – er war während der Prozedur bei Bewusstsein – einen Arm hob. Auf die Frage, warum er seinen Arm bewegt habe, antwortete der Mann: „Weil ich es wollte.“ Unserem Bewusstsein bleibt verborgen, dass eigentlich das Unbewusste „der Chef ist“, meint Roth...... Ist der freie Wille nur eine Illusion?
Schon früher bestritten Forscher und Denker, darunter Sigmund Freud, der Urvater der Psychoanalyse, und der Philosoph Friedrich Nietzsche, dass uns ein freier Wille zu eigen sei. Der Begriff Sünde sei „erfunden sammt dem zugehörigen Folter-Instrument, dem Begriff ,freier Wille´, um die Instinkte zu verwirren, um das Misstrauen gegen die Instinkte zur zweiten Natur zu machen!“, polterte Nietzsche in seiner Schrift „Ecce homo“, einer Abrechnung mit dem Gottesbild des Christentums......
Ist der Laplacesche Dämon eigentlich tot? Oder gibt es vielleicht doch noch Anhänger des strengen Determinismus? Entsteht jede Bewegung im Universum in logischer Abfolge aus dem Urknall oder sogar schon vorher? Jedenfalls gab und gibt es Foren, in denen immer wieder einmal über die Vorherbestimmung diskutiert wurde. So ganz out scheint das Thema nicht zu sein. Ähnelt die Thematik des Determinismus vielleicht einem logischen Paradoxon? Ist es eine Art Zen-Koan? Jemand hat einmal gesagt: Nimm zuerst einmal an, alles ist vollkommen determiniert. Das beinhaltet die Möglichkeit zur Freiheit. Warum? Wer würde überhaupt ernsthaft in der ganzen Totalität so etwas annehmen? Ist das überhaupt möglich? Was wäre die Konsequenz? Jemand, der alles und auch sich selbst als voll determiniert erkennt, der sieht keinerlei Ausweg mehr. Ist das logisch? In ihm stirbt etwas könnte man sagen. Es geschieht ein Tod. Kein körperlicher, sondern ein geistiger. Kein Ausweg, keine Hoffnung, niemals mehr. Die Zeit selbst als Vorstellung, psychologisches Phänomen, gesellschaftliche Struktur, ist gestorben. Natürlich entsteht dabei ein Zustand der Unsicherheit, der Angst. Mancher wird sich vielleicht am nächsten Baum aufhängen. Möglicherweise schreckt man deshalb davor zurück, diesen Schritt zu tun. Ich meine, man muß das einmal so drastisch darstellen, falls sich jemand tief auf dieses Thema einläßt. Bei mir jedoch haben (auch) diese Übelegungen dazu geführt, daß ich das angebotene Zeit-Konzept leider nicht mehr akzeptieren kann. Möglicherweise enthält das Zeitkonzept selbst sogar ein fatalistisches Element? Sicherlich, die Zeit, die vergeht, bis ein Gegenstand zu Boden fällt, oder die Zeit, die eine Schwingung dauert, die ist messbar. Diese Zeit bestreite ich nicht (obwohl sogar von Wissenschaftlern diese Zeit gelegentlich hinterfragt wird.) Aber darüber hinaus? Was bleibt von der Zeit übrig? Was wird aus der Hoffnung? Wird sie etwa politisch eingesetzt? Etwa nachdem Motto: Gib ihnen ein wenig Hoffnung, dann sind sie wieder unbegrenzt leidensfähig? Sie sind wirklich bis hierher gekommen? Was ist zu tun? Es sieht danach aus, als hätten wir keinen freien Willen, schon allein deshalb, weil die meisten Menschen sich selbst abgetrennt vom Rest der Welt sehen wollen. Nun gibt es auch noch ein Problem mit der Zeit. Einen Ausblick könnte ein anderer Umgang mit der Zeit bieten. Auch in der Physik zweifelt man die Existenz der Zeit an. Sehen Sie bitte im Artikel Zeit nach einigen philosohischen Anmerkungen meinerseits einen wissenschaftlichen Artikel aus dem Fokus zum Thema: Zeit ist eine Illusion, und in psychischer Hinsicht den Artikel transcend time - Leere ?, wenn Sie einmal Zeit dazu haben. Vielleicht könnte man das, was uns "bestimmt" ist, auch zwischen Minimum und Maximum lokalisieren? Das maximal Mögliche für uns wird zuerst einmal durch unsere Dummheit begrenzt oder zunichte gemacht, oder? Die Dummheit steht also unserer bestmöglichen Bestimmung im Wege. Eine positive Bestimmung wäre widerlegt? Wissenschaftlich ist der Determinismus auch widerlegt, soviel ich weiß. Das wäre der Versuch einer Annäherung an das Maximum. Versuchen wir die Näherung an das Minimum? Wenn es nur die Vergangenheit ist, die in die Zukunft wirkt, ohne daß die Gegenwart eine Rolle spielt, so müsste man das eigentlich als reinen Materialismus bezeichnen können. Das würde beinhalten, daß man den Menschen als einen berechenbaren Gegenstand betrachtet, und der Mensch sich selbst auch. Ich hoffe, wir nähern uns nicht einer solchen Sache, denn sonst hätten wir nicht nur keinen freien Willen, sondern wären auch noch vorherbestimmt. Überhauptnichtsgläubige glauben ans Überhauptnichts. Dr. phil. Manfred Hinrich (*1926), deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller _________________________ Ja wie? Überhauptnichts? Und wie das in der Praxis? Wie ist das, wenn dich einer fragt: Leihst du mir ein Geld? Also ich leihe nur Geld her, wenn ich es mir leisten kann, es ihm zu schenken! Dann kann ich mich auch freuen, wenn er mir vielleicht später auch ein Geld schenkt. Aber erpressen lasse ich mich nicht mehr. Und schon gar nicht von jemand, der mir was schuldet! _________________________ Zu dem Adler sprach die Taube: Wo das denken aufhört, da beginnt der Glaube; Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch, Wo du glaubst, da denk' ich noch. Robert Ludwig (1778 - 1832), deutscher Dichter Oft wird der freie Wille darauf begründet, daß Jesus für unsere Sünden gestorben sei. Dazu noch diese Karrikatur :-) FÜR MEINE SÜNDEN soll Jesus gestorben sein? Einen Sünder begnadigen, das darf ein hoher Herr. Aber wer mir verspricht, mich zu begnadigen, weil er einen anderen, an meinen Sünden völlig unschuldigen, bereits dafür bestraft hat, der stinkt doch nach SCHWEFEL! |