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Hinduistische Geschichten Eine Aufstellung von weiteren hinduistischen Geschichten (mit evtl. Deutungsversuchen) gibt es im Anschluß an die folgende Geschichte. Das Hindi und Sanskrit hat auf eine seltsame Weise auf irgendeiner Gefühlsebene manchmal eine merkwürdige Ähnlichkeit mit dem Deutschen. Da gibt es zum Beispiel das Buch Yoga-Vasistha (ja was ist da bloß?). Da stehen dann so Sprüche drin wie z. B.: Welchen Stuhl willst du dem anbieten, der der Stuhl ist?) Wer sich mit Dingen dieser Art beschäftigt, der muß schon sehen, daß er bei klarem Verstande bleibt. (Verzeihung für diese kleine Warnung) Ich nehme an, ihr kennt nun alle meine kleine Geschichte. Zusammenfassend und schnellverständlich am Besten als Fackel zu lesen. Diese Geschichte verknüpft sich für mich parabelhaft mit einer Geschichte aus dem Srimad-Bhagavatam, die ich kurz wiedergeben möchte:
Bildquelle: http://www.geocities.com/saumyamsakhi/images/Sri_varaha.jpg VARAHA-AVATAR Es ist die 3. Geschichte. Nummer 10 ist Kalki. Varaha-Avatar. Es geht um ein Schwein, das ins Meer taucht, um Bhoomidevi, also die Mutter Erde, die auf den Meeresgrund gesunken war, zu retten. Natürlich wartete schon der Dämon Hiranyaksha auf dem Meeresgrund, er warf dem Schwein vor, nur mit der Kraft der Illusion zu kämpfen, er sei doch gar kein ernstzunehmender Gegner. Das Schwein aber riß sich blitzschnell Mutter Erde unter den Nagel und flüchtete. Der Dämon war stinksauer, daß das Schwein sich nicht zum Kampf stellte, er hätte nie für möglich gehalten, daß das Schwein die Schande auf sich nahm, vor dem Kampf zu kneifen. Das Schwein jedoch brachte Mutter Erde nach oben, um sie der übergeordneten Gesetzmäßigkeit zu übergeben. Natürlich kam der Dämon gleich hinterher. Aber als Bhoomidevi aufgetaucht war, da war es plötzlich spielerisch leicht für das Schwein, die Waffe des Dämonen aufzufangen, und ihn damit totzuschlagen. Verrückte Geschichten? Oder doch nicht so? Und hier eine Zusammenstellung von weiteren Geschichten aus dem hinduistischem Kulturkreis, die sich hier finden: Kurma Avatar (Der zweite Avatar. Hier die Geschichte frech ins Christentum übertragen. Die Originalgeschichte aus verschiedenen Quellen übersetzt als PDF-Download verfügbar) Die indische Götterwelt (im Vergleich) Yoni und Lingam Vielleicht kennt ihr die schnulzigste Liebesgeschichte der Welt ?? Das Ramayana. (Ein indisches Epos) "Heilige Kuh" (eine Fotoaustellung mit Überlegungen und Zitaten Der Yogi und der Ofen (Verblüffendes zum Thema Gesundheit) Ist das Ego eine Illusion? Ein Fake am Ende? Damit befasst sich der lange Text: Vom imaginären Charakter der Psyche Tantra und Yoga (oder vom Umgang mit der Macht) Was ist der Ganesh für ein merkwürdiger Gott? Indische Prophezeiungen (Kalki-Avatar, der 10. Avatar mit Originaltext und Deutung) Mahatma Gandhi Ich kann ohne das mindeste Zögern sagen, daß, wer behauptet, Religion habe nichts mit Politik zu tun, nicht weiß, was Religion bedeutet. - - - Ich glaube zwar, daß die Hauptbücher der großen Weltreligionen inspiriert sind, doch sie leiden unter einem zweifachen Destillationsprozeß: zuerst gehen sie durch den Mund eines menschlichen Propheten; dann durch die Kommentare der Interpreten. Nichts daran kommt direkt von Gott - und da seine Botschaft durch das unvollkommene menschliche Medium weitergegeben wird, ist sie mehr oder weniger anfällig für Entstellungen. (All Religions Are True, S.20-21, 1962 Mohandas Karambachand, Bombay, Bahratyia Vidya Bhavan) Mahatma Gandhi, Politiker (1869-1948) "Lebe als ob du morgen sterben müßtest. Lerne als ob du ewig leben müßtest." (Gandhi, Mohandas Karamchand "Mahatma") Unter den vielen Lügenmächten, die in der Welt wirksam sind, ist die Theologie eine der ersten. (Mahatma Gandhi, ind. Pol. und Reformator, 1869-1948) Die Geschichte lehrt uns, dass uns die Geschichte nichts lehrt Mahatma Gandhi Be the change you want to see. Gandhi "Ihr Christen habt in Eurer Obhut ein Dokument mit genügend Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen oder stattdessen dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen." Mahatma Gandhi Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung (1869 - 1948) An der Hare-Krishna-Sekte gibt es bestimmt allerhand zu kritisieren. Vor allem vielleicht, daß sie eine Erlöserreligion nach westlichem Vorbild geworden ist mit ihrem autoritärem Popen Swami Prabhupada. Siehe z.B. ier bei der Sektenberatung: http://www.agpf.de/Krishna.htm Allerdings gibt es auch etwas zugutezuhalten: Die Hare-Krishnas haben äußerst akribisch-genaue Übersetzungen der alten Texte geliefert. Zuerst wird üblicherweise der Sanskrit-Originaltext gegeben, dann die lateinische Transliteration, damit die Jünger das ausprechen lernen können, schließlich eine Wort für Wort-Übersetzung, und dann erst die zu Sätzen zusammengebastele (teilweise schon interpretierte?) Aussage. Und hinterher seitenweise Kommentare und Interpretationen, die manchmal haarsträubend sind, und die man oft getrost vergessen kann. Man liest besser nur die fettgedruckten Absätze. Außerdem haben sie die einzige deutsche Übersetzung vom Srimad-Bhagavatam, die es überhaupt gibt als 12-bändiges Werk herausgegeben. Leider findet man das nicht im Netz. Aber die Bhagavad-Gita gibt es im Netz. Bhagavad-Gita auf Deutsch zum Gratisdownload: http://www.prabhupada.de/ sowie für den, der auf soetwas steht, einige Musikstücke. Das Ganze ist ursprünglich ein Gedicht und beginnt erst ab Seite 22. Es gibt recht interessantes Bild dazu. Den Streitwagen von Krishna. Da gibt es ein Gleichnis, das immer wieder erzählt und beschrieben wird in Indien. Die angespannten Pferde sind die Sinne. (Sollten 5 sein, aber das Bild wird oft auch mit 3 oder 4 dargestellt. Ich spare mir ein Bild zu suchen). Der Wagenlenker, der die Zügel in der Hand hat, das ist der Kopf, und der steuert den Wagen. Der Kopf wird gesehen als der Beherrscher oder der Koordinator der Sinne, aber nicht nur das, sondern er ist auch selbst ein Sinn. Sozusagen der 6. Sinn. Man spricht sogar vom König der Sinne. Dieser Kopf kann die Sinne nur dann steuern, wenn er Kontrolle hat über sich selbst. Wenn er die nicht hat, dann gehen ihm die Pferde durch, und laufen mit ihm hin, wo immer sie wollen. Womöglich ziehen sie sogar in verschiedenen Richtungen. Krishna, dem man nun einfach abnimmt, daß er seinen Führerschein gemacht hat weil er das ganze philosophische Yoga-System erklärt, befindet sich nun als Wagenlenker im Wagen mitten auf dem Schlachtfeld. Die Schlacht ist kurz vor dem Beginn. In einer Zeitlosigkeit liest man das, denn am Schluß hat die Schlacht immer noch nicht begonnen. Sein Kumpel, der Arjuna, der hat nun einfach keine Lust zu kämpfen, weil er seine Verwandten sowohl in den eigenen Reihen als auch in den gegnerischen Reihen wiederfindet. Auch hier geht es also um Krieg, aber den Hintergrund der Bhagavad-Gita kann man sicher genauso als geistigen Krieg verstehen. Das ist wohl nichts anderes als in anderen Religionsbüchern auch. Und so entwickelt sich ein langes Gespräch zwischen den beiden, es läuft darauf hinaus, daß Arjuna als Kämpfer seine Fähigkeiten einzusetzen hat, wenn das Ganze überhaupt einen Sinn ergeben soll. Ganz klar wird anfangs mit der Wiedergeburt gearbeitet, um zum Krieg zu überreden. Es ist sicher interessant sich das anzusehen. Aber zum Beispiel auf Seite 50 Vers 24, wo der Begriff "individuelle Seele" fällt, da kann man sehen, daß der Teil "individuelle" in der Wort-für Wort-Übersetzung gar nicht vorhanden ist. und plötzlich könnte das einen ganz anderen Sinn ergeben. Schon in Vers 51 befreit man sch schon wieder aus dem Kreislauf von Geburt und Tod, und dann geht es erst richtig los. :-) Hier ist es also wohl das Gleiche wie anderswo auch, manches wurde wohl später aus leicht einsehbaren Gründen hinzugefügt usw. usf. Nun gibt es da eine interessante Idee: Man hat das Recht, seine Pflicht zu tun, aber man tut besser daran, sich von den Früchten seiner Taten zu lösen. Für den freien Mann hat die Idee etwas für sich. Denn wenn ich tue, was mir wichtig ist (und es könnte ja auch ein basisdemokratischer Konsens bestehen, was man tun will) dann geschieht das was das Volk bestimmt. Und wenn die Einsicht in die Wichtigkeit maßgeblich ist und nicht der persönliche Profit, also die Früchte, dann heben sich "freier" Wille und Zwang einfach gegenseitig auf, und es bleibt nur der Wille. Diese Form des hingabevollen Dienstes spielt nun bei Hare-Krischna eine große Rolle. Simpel auf den Punkt gebracht ist das so: Tue deine Pflicht, schufte für die Gemeinschaft, aber bekommen tust du nichts. (außer das allernötigste, aber nicht einmal eine Krankenversicherung. Zumindest war das früher so.) Hier dominiert also wieder die große sozialistische Idee. LOL Die Kriege kann man im Mahabharata-Epos weiterverfolgen, kurz gesagt: Es sah nicht gut aus für unsere Freunde. Hinterher war man sogar der Meinung, daß damals erstmals im großen Stil das Böse über das Gute gesiegt hat, und so wurde auch das neue Zeitalter mit Krischnas Tod eingeläutet, Das Kali Yuga. (kali bedeutet übrigens "Nichts", das Wort gibt es heute noch im Hindi im täglichen Sprachgebrauch, wenn du zum Beispiel einen Kali Tschai bestellst, dann ist das ein Tee ohne Milch und Zucker) Die Schlachten kommen und gehen, die großartige sozialistische Idee gibt es auch jetzt noch, wieder muß man seine Pflicht tun und nur das Nötigste bleibt übrig, denn schließlich müssen wir die Rüstung, den Krieg und auch die Apokalypse selbst bezahlen mit unserem hingebungsvollen Dienst. Und dann stellt sich vielleicht doch noch heraus, daß der freie Wille eine Illusion ist. :-) Die Kompliziertheit des Handelns ist sehr schwer zu verstehen. Deshalb sollte man genau wissen,was Handeln ist, was verbotenes Handeln ist und was Nicht-Handeln ist. (Bhagavad-Gita,Kap.4,Vers 17) |