Kurzfassung Zinskritik



Geld regiert die Welt, sagt man. Stimmt das? Wenn das stimmt, dann müssen sich dem wohl alle Menschen unterordnen. Ohne Moos nichts los. Das gilt sogar für die Politik. Der Unterschied wird wohl sein: Die Einen tun das gerne, die andern nicht so. Wenn das so ist, dann sollten eigentlich die Konzerne sich ihre Politiker selbst bezahlen müssen
 
Aber Spaß beiseite:
 
Wir halten für möglich, daß die Wirtschaft immer am Anfang nach dem Krieg am stärksten steigt zwecks Wiederaufbau, man nennt diese Zeit dann Wirtschaftswunder, und später, wenn alles aufgebaut ist, die Leute wieder alles haben, (Zweitauto, Drittfernseher, Viertcomputer etc.) , dann flacht die Kurve des Wirtschaftswachstums immer mehr ab, und es wird schwieriger, neue Märkte zu finden. Bis schließlich das Wachstum, auf dem man unbedingt beharren will, immer kleiner wird, oder schließlich gar ganz stagniert.
 
Das wäre das Eine. Und das Andere:
 
Du legst zum Beispiel 10000 € auf ein Tagesgeldkonto, da bekommst du nach einem Monat Zinsen, die kapialisiert werden, sodaß du nach dem zweiten Monat schon mehr Zinsen bekommst. Das heißt, die (insgesamte angelegte) Geldmenge steigt nicht linear an, sondern folgt einer steigenden Exponentialfunktion.
 
Also: Das Wirtschaftswachstum flacht immer mehr ab, wähernd die Geldmenge immer stärker ansteigt.

 
Das wäre schon das Wesentliche der Zinskritik gewesen. Was könnten die Konsequenzen sein?
 
Ab einem gewissen Zeitpunkt im späten Zwischenkriegszyklus klafft auf einmal die Schere zwischen Arm und Reich extrem auseinander??
Gewisse Kreise haben es nicht mehr nötig, zu inverstieren oder Menschen zu beschäftigen, weil sich das kaum mehr lohnt, der Kapitalmarkt ist da lohnender, oder gar Investitionen in den "Ölboom", wie das jetzt zynischerweise genannt wird.
 
Meine Prognose daher: Immer mehr Leute verlieren ihre Arbeit, oder haben instinktiv Angst davor, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, und halten so ihr Geld für schlechte Zeiten zurück. Alles wird immer korrupter, die Rüstung ist das Geschäft, das boomt, man muß sich sowohl nach innen als auch nach außen bewaffnen, das Geldsystem droht zur Militärdiktatur zu werden, bis es schließlich wieder zum Finanzcrash kommt, wie vor oder während jedem größeren Krieg.
 
Dazu kommt die immer höher werdende Staatsverschuldung, die man nie zurückzahlen kann, schon gar nicht, wenn sie jedes Jahr erhöht wird. Verringert wird nur die Neuverschuldung, wenn man genau hinhört. Wenn bei so hoher Staatsverschuldung wie nie zuvor "Banken gerettet" werden, dann scheint es, als würde die Kreditaufnahme eine Erhöhung der Geldmenge bedeuten, was auf "Gelddrucken" herauskommt.
 
Nun wird behauptet, die Wirtschaft sei wieder stabil, das Wirtschaftswachstum wächst. Kurzzeitig kann soetwas sicher der Fall sein. Aber: Spürt ihr das Wirtschaftswachstum jetzt im Geldbeutel? Selbst wenn ihr heute einige Prozent mehr bekommt, so frißt das doch die Teuerungsrate. Und der Teuro wurde geleugnet, solange bis man ihn vergessen hat. Ist es nicht so?
 


 
Ich finde, da passt dieses Zitat dazu, von dem man vielleicht zynischerweise fragen könnte, ob ihr den gestern erst geschrieben habt:
 
Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique "regieren" zu lassen. Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvolisten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten? Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang. (...) Wenn jeder wartet, bis der andere anfängt, werden die Boten der rächenden Nemesis unaufhaltsam näher und näher rücken, dann wird auch das letzte Opfer sinnlos in den Rachen des unersättlichen Dämons geworfen sein. Daher muß jeder einzelne seiner Verantwortung als Mitglied der christlichen und abendländischen Kultur bewußt in dieser letzten Stunde sich wehren, soviel er kann, arbeiten wider die Geißel der Menschheit, wider den Faschismus und jedes ihm ähnliche System des absoluten Staates. Leistet passiven Widerstand - Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist. Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt! (...)
 
Erstes Flugblatt der Weißen Rose. Nach einem Entwurf von Hans Scholl und Alexander Schmorell, Juni 1942.
 


07.10.2009
Willkommen im Ökonomischen Winter!
In allen Medien kann man Gründe für eine V-förmig verlaufende Erholung an den weltweiten Aktienmärkten finden. Was ist dran an dieser These? Die einfache Antwort: Nichts! Entscheidend an der Börse sind die Gewinne der Unternehmen und die erodieren bereits seit einigen Wochen wieder. Die Konsumenten stehen aufgrund der Zunahme der Arbeitslosigkeit mit dem Rücken zur Wand. Wie in einem solchen Umfeld ein nachhaltiger Konjunkturaufschwung entstehen soll, dass wissen wohl nur die Politiker, die bereits von einem Ende der Rezession reden. Doch es gibt triftige Gründe an dieser These zu zweifeln.
 
Es gibt deutliche Parallelen zum Jahr 1930. Ähnlich wie damals gab es auch in den zurückliegenden Monaten eine starke Erholungsrallye, die sich jedoch danach in Luft auflöste. Der Baltic-Dry-Index, der aktuell immer weiter erodiert, zeigt an, dass es sich aktuell nur um eine Bärenmarktrallye handelt, die bald in sich zusammenbrechen könnte. Auch 1930 verkündeten viele das Ende der Krise, die sich jedoch zu einem deflationären Hurrikan der Stärke 5 entwickelte. Sicherlich ist die aktuelle sechsmonatige Aktien-Rallye sehr beeindruckend, doch sie ist auf Schuldensand gebaut. Selten gab es eine längere Phase der Euphorie und des Übergekauftseins in den Märkten, was den Eindruck erweckt, dass es bei enttäuschten Erwartungen sogar zu einem Crash kommen könnte.......
 
.... Zombie-Tanz-Party
 
Abgesehen davon, dass die US-Banken jetzt anders bilanzieren und Steuergelder für ihren Bailout bekommen haben, hat sich beim Patienten US-Bankensystem nicht wirklich viel verändert. Im Hintergrund tickt die Peta-Zeitbombe mit einem Derivatevolumen von 800.000 Milliarden USD, die jederzeit platzen kann und was wir heute an Problemen sehen, dürfte in der Tat nur die Spitze des Eisberges sein. Wie im berühmten Showdown in Tombstone stehen die US-Banken vor einem vollständigen Gemetzel.
 
Dass die Problemlage in Deutschland nicht viel besser ist, zeigt sich darin, dass die weltweit erste größere Bank, die Pleite ging, die SachsenLB war. Die US-Großbanken spielen wie die deutschen Banken auf Zeit und hoffen, dass sich die Probleme mit der Zeit verringern. Dies wäre vielleicht möglich, wenn wir uns am Anfang und nicht in der Endphase eines Kondratieff-Zyklus befänden.
 
Bis jetzt sind 94 Banken im Jahr 2009 gescheitert und es werden noch deutlich mehr werden. So erwartet die Bank-Analystin Meredith Whitney, dass mindestens 300 Banken untergehen werden. Institutional Risk Analytics geht sogar von über 1.000 Banken aus, die pleite gehen können und bezeichnet das US-Bankensystem als [extern] Zombie-Tanz-Party.......
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31231/1.html
 


Montag, 19. Oktober 2009
..Freak Waves - Die Rache der Kybernetik...
 
...Wellenbewegungen im Wasser...
..... Diese entstehen aus der räumlichen und zeitlichen Überlagerung von Einzelwellen, die in Wellenspektren zwangsläufig vorhanden sind. Eine der jemals grössten aufgezeichneten Freak Waves wurde von Whitemarsh fundiert beschrieben. Im Februar 1933 kreuzte die «USS Ramapo» während eines schweren Sturms durch den Nordpazifik.
 
Es konnten hierbei Freak Waves mit Wellenhöhen von mehr als 34 m gemessen werden. Eine Freak Wave kommt dann zustande, wenn sich diese Komponenten phasengleich überlagern, d.h. superpositionieren. Sie ist jedoch nur eine vorübergehende Erscheinung, da sie nur für einen kurzen Moment lokal existiert.
 
Da es sich beim Entstehen einer Freak Wave um ein nichtlinear gekoppeltes Ereignis handelt, müssen derartige Wellen als mehrdimensionale Interaktionen angesehen werden, die mit der heute vorherrschenden linearen Theorie nicht hinreichend beschrieben werden können.......
 
... Killerwelle an den Finanzmärkten...
Auch in der Wirtschaft gibt es zwei Arten von Wellen: die linearen und die nichtlinearen Wellen. Während erstere keine besonderen Krisen hervorrufen, können sich nichtlineare Wellen zu extremen Finanzkrisen aufschaukeln.
 
Killerwellen an den Finanzmärkten - wie diejenigen von 1929 bis 1932 und diejenige von 2007 bis wahrscheinlich 2010 - sind das Resultat einer falschen Notenbankpolitik, die zu Blasen an den Finanzmärkten führt, die nichts anderes sind als nichtlineare Überlagerungen der Entwicklungen in einzelnen Bereichen wie z.B. dem Häusermarkt, dem Hypothekenmarkt oder zu niedriger Zinsen. Von einer Riesenwelle an den Finanzmärkten kann immer dann gesprochen werden, wenn die Kursschwankungen nach oben oder unten die 40-Prozent-Marke überschreiten.
 
Gemeinsam bei allen Freak Waves an den Finanzmärkten ist, dass die Kurse nach einer Aufschaukelung tiefer fallen können als vor der Aufschaukelung. Dies war insbesondere auch beim NASDAQ-Crash von 2000 zu beobachten, als die Kurse tiefer fielen als das Aufschaukelungsniveau von etwa 1500 Punkten.
 
Das Phänomen, welches zu einer derartigen Aufschaukelung an den Finanzmärkten führt, heisst Interferenz. Bei einer Interferenz werden zwei oder mehr Wellen nach dem Superpositionsprinzip durch Addition der Amplituden überlagert. Löschen sich die Wellen dabei gegenseitig aus, so spricht man von destruktiver Interferenz. Verstärken sich die Amplituden, so spricht man von konstruktiver Interferenz. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als eine nichtlineare Aufschaukelung.
 
White Wall im Anzug
Eine so genannte White Wall kommt gerade auch auf die Weltwirtschaft zu......
http://www.mmnews.de/index.php/200910194027/MM-News/Freak-Waves.html
 


In irgendeinem Forum kamen meine Argumente eher gefühlsmäßig, polemisch, zynisch aber auch (versucht) sachlich und bezogen die Anregungen:
 
Wer behauptet er ließe sein Geld arbeiten, vergißt dabei die Menschen, die es für ihn tun.
(Erhard Blanck)
 
Es wurde uns eine großartige Welt geschaffen. Es gibt Produktionsmaschinen, Roboter, Automaten, Erntemaschinen, Verpackungsmaschinen und so weiter, die uns das Leben leichter machen –
zumindest war das früher einmal im Sinne des Erfinders, der eigentlich nur die Faulheit zur Tugend machte.

Die Menschen aber, die durch die Maschinen überflüssig geworden sind, die werden nicht etwa von den Besitzern der großartigen Maschinen versorgt, sondern die muß der Staat erhalten. Und weil der Staat mehr als pleite ist, versucht man nun, die „Sozialhilfe“ mehr und mehr zu kürzen. Wie sehr der deutsche Staat verschuldet ist, das sieht man hier.
Auch in Amerika ist das nicht anders, guggst du hier.

Ich will nun nicht näher darauf eingehen, wie die Besitzer der großartigen Maschinen sich davor drücken, ihre ausrangierten Arbeiter zu versorgen (z. B. durch Verlegung des Firmensitzes nach Liechtenstein oder auf die Britisch Virgin Islands), sondern interessanter ist vielleicht, warum das geschieht. Ermöglicht wurde das sicherlich auch durch die großartigen Renten- und Arbeitslosen-Versicherungsgesellschaften, die aber auch irgendwie dem Staat auf der Tasche liegen.

Die meisten Besitzer dieser großartigen Maschinen gibt es nicht mehr. Inzwischen sind das fast alles Aktiengesellschaften, und die Maschinen gehören nun Jedem und Niemandem. Die Anteilseigner, also diejenigen, die Anteile dieser Maschinen in Form von Wertpapieren kaufen, die tun das natürlich nur aus dem Grunde, um ihr Geld zu vermehren. Daher muß rationalisiert und profitmaximiert werden. Anders ist das nicht vorstellbar. Oder wißt ihr, wie das anders gehen soll?

Der Mensch hingegen hat einen Materialwert von ungefähr 10€, recyceln kann man ihn aber nicht, daher muß er für seine Entsorgung selbst aufkommen. Ach wäre ich doch bloß als Zigarrettenautomat auf die Welt gekommen, ich bräuchte keine Wohnung, kein Essen, keinen Schlaf und könnte rund um die Uhr arbeiten. Und keiner von euch könnte mit mir konkurrieren.



[zynismus]
Guten Tag. Ich bin im Bereich Automation tätig. Ich weiß, sowas sagt man eigentlich nicht, denn die Aufgabe, Arbeitsplätze wegzurationalisieren verbirgt man besser, in dem man z.B. sagt: ich bin Sachbearbeiter. Aber was kann ich dafür, ich habe das gelernt, es ist gut bezahlt, also was? Eigentlich hasse ich diesen Scheiß-Job, aber ich habe immer malochen gehen müssen, also sollen es die anderen auch nicht besser haben. Grundsätzlich bin ich durchaus der Meinung , man soll alle Armen sofort töten, denn wenn sich einmal herumspricht, daß Armut überlebt, dann tut doch keiner mehr das was angeschafft wird, oder?

Lange muß ich nicht mehr anschaffen gehen, denn bald habe ich es geschafft. Bald kann ich von den Zinsen leben. Nun, daß der Weg dahin mit ein paar Leichen gepflastert war, das ist eben Schicksal, aber darüber kommt man schon hinweg. Und wenn es erst mal soweit ist, dann könnt ihr mich mal alle am Abend besuchen, keinen Finger mehr rühre ich mehr für eure kaputte Gesellschaft. Ich träume schon davon, mich im Supermarkt herumzutreiben, und euch Hundefutter auf den Einkaufswagen zu legen, denn das fördert den Umsatz, und man leistet sich doch sonst nichts, oder?
[/zynismus]


Übersichtsseite 'Spirituelles, Kirchenkritik, Gesellschaftskritik'