|
Das positive Denken
Ist das "Positive Denken" eine Religion oder eine Theologie? Oder ist es Esoterik? Immerhin hat man den Eindruck, daß das "Positive Denken" oder auch das "Gesetz der Anziehung", (ein neuer Name, unter dem das jetzt vermarktet wird), sehr kompatibel ist mit manchen religiösen und politischen Dogmen. Man kann vermuten, daß man mit dem "Positive Denken" einerseits so Manches verdrängt. Außerdem untergräbt es das meiner Meinung nach das menschliche Mitgefühl. Auf jeden Fall muß man gut drauf sein bei dieser Theologie, das ist klar. Und wer die einschlägige Szene kennt oder gar mit ihr diskutiert, der muß sich darauf gefasst machen, daß sogar Unzufriedenkeit ein Tabu ist und daher auch verboten ist. Ein guter Christ muß ein froher, dankbarer und gelassener Mensch werden. So hieß es einmal in einer Pfingstpredigt. Das heißt doch auch nichts anderes als: Auf Beschwerden kann keine Rücksicht genommen werden. Welche Konsequenzen es haben kann, wenn genug Leute das glauben, das zeigt Folgendes: In Amerika ist man dabei, den "Unzufriedenen Arbeitnehmer" und auch "Antikriegs- und Bürgerrechtsgruppen" zu Terroristen zu erklären. Im Ernst. Siehe hier: http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2006/sonderausgabe-vogelgrippe-vom-832006/die-militarisierung-im-innern-und-der-homeland-security-staat/ Die folgende Satire zum "Positiven Denken" ist durchaus ernst gemeint, auch in seiner "technischen" Dimension: Vielfach erlaubt man sich keine starken Gefühle gleich welcher Art. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Lieber fühlt man sich doch darüber „erhaben“, das ist cool und gibt eine größere Freiheit, gell? Man begrenzt also seine Gefühle und schraubt sich der Einfachheit halber ein Begrenzermodul ins Hirn. Wer ein wenig Ahnung von Elektronik oder auch von Musik hat, der weiß, daß ein solcher Begrenzer die einfache Variante eines Verzerrers ist. Schon bald gab es aber Kritiker, die der Meinung waren, daß der Gefühlsverzerrer nicht so ganz das Gelbe vom Ei ist. Zu nennen wären da die Esoteriker, die Vorreiter der modernen Filtertechnologie. Sie verwarfen das Verzerrermodul und ersetzten es durch einen Gleichrichter. Ein Gleichrichter ist ein Gerät, das die Schwingungen unverändert läßt, mit der Ausnahme, daß alle negativen Schwingungen in positive umgewandelt werden. Doch auch dieses Gerät entwickelt Störfrequenzen, jedoch war der Fortschritt so groß, daß das zuerst gar nicht auffiel. So konnte man nun von einem Höhepunkt zum nächsten fliehen, und man hatte für immer Friede, Freude, Eierkuchen gepachtet. Man mußte nur in allem immer das Positive entdecken können. Das so getunte Betriebssystem funktionierte so weit ganz gut, solange bis es sich begab, daß irgendein Softwareprogramm, das sich mit abgespeicherten Informationen beschäftigte, vermutlich aus dem Buchhaltungsbereich das Programm „Kopfrechnen“, ein negatives Ergebnis auswarf. Dieses Programm, das natürlich unter dem getuneten Betriebssystem arbeitete, das überschritt nun vorgegebene Grenzen und mußte nun logischerweise folgende Meldung herausbringen: Betriebssystem, ändere dich! Man kann nicht sagen, daß sich das Betriebssystem keine Mühe gegeben hat, endlich wirklich gut zu werden. Und wenn es nicht gestorben ist, dann kämpft es noch heute gegen sich selbst....... _______________________ Im Anfang war das Feld (homo electromagneticus) Bestellungen vom Universum" sind ja nicht neu. Bereits Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre haben wir diese Bücher gelesen, damals hieß das noch "Die Macht des Positiven Denkens". Diese gut gehende Lehre wurde dann "christianisiert" und geistert in protestantischen Freikirchen unter dem Namen "Prosperity Gospel" oder Wohlstandsevangelium durch die Gemeinden. Und gerade hier sind die negativen Seiten sehr offensichtlich. Nun kommt das Wohlstandsevangelium wieder zurück in die esoterischen Kreise, indem man das Wort "Gott" durch das Wort "Universum" ersetzt..... http://www.esoterikforum.de/esoterik-allgemein/33975-bestellungen-beim-universum-kosten-die-was-3.html Was es mit dem Wohlstandsevangelium auf sich hat, das haben jetzt einige Christen entlarvt: ....Die Lehre vom Wohlstandsevangelium hängt sehr eng mit den okkulten Praktiken der >Autosuggestion und der Visualisierung zusammen... http://www.bible-only.org/german/handbuch/Wohlstandsevangelium.html Welche absurden Ausmaße das annimt, das zeigen zum Beispiel diese Artikel: 2. Dezember 1999 Pfarrer versteckt Holyfields Millionen Der als zwielichtig geltende Dollar soll offen legen, wieviel Geld Holyfield der Kirche gespendet hat. Der Mann Gottes predigt das Wohlstand-Evangelium, nach dem den Gläubigen Wohlstand und Gesundheit sicher ist. Bislang weigert sich Pastor Dollar, Einsicht in seine Unterlagen zu gewähren. "Wir sind der festen Überzeugung, das Holyfield und Pastor Dollar eine höchst dubiose Vereinbarung haben", sagt Mayoue. Bereits im September hatte ein Richter per Beschluss den Kirchenmann aufgefordert, Einsicht in seine finanziellen Transaktionen zu gewähren. Dollar hatte dagegen Einspruch eingelegt.... http://www.rheinzeitung.de/on/99/12/02/sport/news/holy.html 22.10.08 Kirche & Wirtschaft Wenn Prediger faule Kredite als „Segen“ verkünden N e w Y o r k (idea) - Die Verkündigung eines Wohlstandsevangeliums in manchen US-Kirchen hat die Finanzkrise verschärft und die Zahl der Opfer vergrößert. Davon ist der Religionswissenschaftler Prof. Jonathan Walton von der Universität von Kalifornien (Riverside) überzeugt. Er erforscht unter anderem die Pfingstbewegung. Die zentrale Verheißung des Wohlstandsevangeliums – dass Gott den Armen den Weg zu einem genussvolleren Leben bahne – habe während des Booms fauler Kredite gefährliche Formen angenommen, sagte Walton dem New Yorker Nachrichtenmagazin TIME. Gemeindemitglieder mit zweifelhaften Hypothekendarlehen seien verleitet worden zu glauben, dass Gott die Banken dazu gebracht habe, mangelnde Kreditwürdigkeit zu ignorieren und sie “mit ihrem ersten Haus gesegnet” habe. Das habe katastrophale Folgen gehabt: Viele Christen seien gierigen Maklern in die Hände gefallen..... .....Die Zeitschrift kritisiert Auswüchse des Wohlstandsevangeliums und des religiösen „positiven Denkens“..... Der ganze Text: http://www.gottes-kinder.de/forum/viewtopic.php?f=15&t=147 ursprünglich erschienen bei idea: http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews%5Btt_news%5D=69221&tx_ttnews%5BbackPid%5D=181&cHash=675e8878d1 2.01.09 Pfingstkirchen & Charismatische Bewegung Ukraine: Finanzskandal erschüttert Protestanten K i e w (idea) - Ein Finanzskandal erschüttert die protestantischen Gemeinden in der Ukraine. Acht evangelische Bischöfe und Kirchenleiter haben sich vom Hauptpastor der 30.000 Mitglieder zählenden Pfingstgemeinde God's Embassy (Gottes Botschaft) in Kiew, dem Nigerianer Sunday Adelaja, distanziert. In einer am 29. Dezember veröffentlichten Erklärung werfen sie ihm Finanzbetrug, Geldliebe, Irrlehre, Personenkult und Unbußfertigkeit vor. Adelaja habe dazu ermuntert, Geld bei der von einem Gemeindemitglied geleiteten Organisation King's Capital (Königskapital) anzulegen und bis zu 60-prozentige Renditen versprochen. Tatsächlich hätten die Investoren jedoch weder Erlöse erzielt, noch ihre Einlagen zurückerhalten..... http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ttnews[tt_news]=71351&tx_ttnews[backPid]=18&cHash=0a7ec868cd Calling all Nations - Olympiastadion Berlin - Samstag 15 Juli 2006 Am 15. Juli 2006, eine Woche nach dem Fußball-WM-Finale findet an gleicher Stelle im Berliner Olympiastadion das Anbetungstag "Calling All Nations" statt. Der "größte und längste Gottesdienst auf deutschem Boden" soll es werden. Zu der Veranstaltung erwarten die Organisatoren bis zu 75.000 Teilnehmer – so viele Plätze bietet das Olympiastadion in Berlin. ...Die Veranstalter von "Calling All Nations", darunter auch die Evangelisten Walter Heidenreich, Peter Wenz und Reinhard Bonnke, die Bibelschule Gandersheim oder das Missionswerk Karlsruhe, verträten zudem ein so genanntes "Wohlstandsevangelium" unter dem Motto: "Glaube richtig und du wirst reich und bleibst gesund!". Dies sei ein "Spott über arme und kranke Christen", heißt es in dem Newsletter weiter. Nachricht vom: 19.06.2006 Leitungskreis von "Calling All Nations": Kritik unberechtigt B e r l i n - Der Leitungskreis der im Juli in Berlin geplanten christlichen Großveranstaltung "Calling All Nations" hat in einer Stellungnahme vom Dienstag die Kritik an der Veranstaltung zurückgewiesen. Die "Vision" der Organisatoren ist es, das "Anliegen der weltweiten Mission" zu betonen; den Vorwurf der Verbreitung einer falschen Lehre wiesen sie von sich. http://www.aref.de/news/mission/2006/calling-all-nations_kritik.htm Übrigens muß Jesus ziemlich negativ drauf gewesen sein. Zumindest wenn man seine Endzeitrede in der Bibel betrachtet, oder wenn man ihn aus der Perspektive sieht, wie ihn der Philosoph Ludwig Feuerbach sah: Die Christen erwarteten das Ende der Welt, der Geschichte. Christus selbst prophezeit in der Bibel, allen Lügen und Sophismen unserer Exegeten zum Trotz, klar und deutlich das nahe Weltende. (Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872) |