Wozu braucht man den Teufel, den Satan?


Soweit ich informiert bin, wurde es im Mittelalter als Blasphemie verfolgt, den Satan zu lästern.
Ist der Satan also eine wichtige Gottheit des Christentums?
Fast erscheint es verwunderlich, daß es keine Seitenaltäre gibt, in denen Satan angebetet wird.
Wenn mit dem Satan in christlichen Diskussionen argumentiert wird, so erscheint es oft, daß man ihn als Rachegott oder Angstgott zur Angstmache einsetzt.
Der Satan hat viele Gesichter. Ausländer, Juden, Islamisten, Minderheiten und so weiter, vielleicht auch die Achse des Bösen, um Feindbilder ist man nie verlegen und man kann mit Satan auch jederzeit neue Feindbilder schaffen.
 
Wozu aber braucht man Feindbilder? Um zum Krieg zu hetzen?
Ein Kriegsgott?
Um Abgrenzungen zu schaffen? Wir sind doch was Besseres?
Um das Böse zu lokalisieren, damit man Bauernopfer schlachten kann? Damit man so weitermachen kann wie immer, um nichts ändern zu müssen?
 
Damit erhebt sich natürlich auch die Frage, ob man früher den Satan, oder auch das personifizierte Böse, dazu gebraucht hat, um die Kritiker der Kirchen in den Selbstmord oder ins Verbrechen zu treiben, um sie so auf einfache Weise loszuwerden.
 
Wer hat den Satan erschaffen? Schon diese einfache Frage würde diese ganze zweigeteilte Schwarz-Weiß-Malerei enthüllen. Doch der "Widersacher Gottes" hat anscheinend nach Ansicht vieler Christen eine von Gott unabhängige Existenz, und so kann für immer die Einheit Gottes abgestritten werden. Da nützt es auch nichts darauf hinzuweisen, daß die Engel von Gott geschaffen wurden, was natürlich auch für "gefallene Engel", wie man Satan und die Döämonen auch nennt, gelten müsste.
Nun stelle ich mir Satan als eine Art Bruchpilot vor, der wohl irgendwie abgestürzt ist. Da erhebt sich die Frage: Ist ihm der Sprit ausgegangen? Vielleicht ist er ja auch zu hoch geflogen, und hat sich die Flügel an der Sonne verbrannt wie Ikarus?
 
Man sieht vielleicht, wo wir da hinkommen...
 
Ist der Satan eine Verschwörungstheorie? Der Urgrund der Verschwörungstheorien vielleicht sogar? Eine Volksverhetzung?
Wissenschaftler scheinen diese Theorie zu stützen:
 

Gefährliche Geschichten
Verschwörungstheorien stehen hoch im Kurs. Wie Wissenschaftler sie entkräften

Von Elke Kimmel

Das „finstere“ Mittelalter ist modernen Gesellschaften oft näher, als ihnen lieb ist. Wenn es darum geht, Attentate oder Epidemien zu erklären, vermuten sie damals wie heute geheimnisvolle Drahtzieher. „Im Zentrum solcher Verschwörungstheorien steht meist Satan, das Böse schlechthin. Da hat sich wenig geändert“, sagt Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Der Erzbösewicht verbünde sich, je nach Jahrhundert und persönlichem Standpunkt, mal mit den Protestanten oder „Ketzern“, mal mit den Katholiken oder „Papisten“; wahlweise auch mit Hexen, Freimaurern, Illuminaten, Kommunisten oder Kapitalisten.

Kaum eine Verschwörungsideologie komme ohne jüdische Beteiligte aus, sagt Wippermann. „Seit das Johannes-Evangelium die Juden als Satanskinder diffamierte, greift nahezu jeder, der seine Gegner empfindlich treffen will, darauf zurück.“ Da sich ähnliche Bezichtigungen auch bei den anderen Evangelisten finden, bezeichnet Wippermann das Neue Testament als „antisemitische Verschwörungsideologie“. Der Historiker hat jetzt ein Buch über „Verschwörungstheorien von Luther bis heute“ veröffentlicht (Agenten des Bösen, Bebra Verlag).....
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/gefaehrliche-geschichten/839650.html
 
Im Geheimbund mit dem Teufel
von Wolfgang Wippermann
.....Insgesamt sind die heute gerade in esoterischen Kreisen grassierenden Ideologien über die Verschwörung der Templer, Illuminaten und anderer Geheimgesellschaften keineswegs harmlos. Vor allem, weil sie eine enge Verbindung mit dem Antimasonismus und dem Antisemitismus eingegangen sind. Doch dies ist bisher unseren Verfassungsschützern und von ihnen ausgehaltenen Extremismusforschern nicht aufgefallen. Sie verorten die Gefahr an den äußersten Rändern des politischen Spektrums. Tatsächlich befinden sich die gefürchteten »Verfassungsfeinde« aber auch ganz wo anders. Nämlich in der Mitte der Gesellschaft und in ihrem Innern bzw. der »Esoterik« (griechisch für das Innere)....
http://jungle-world.com/artikel/2007/41/20475.html




Wie geht man eigentlich mit uns um?
Etwa so, wie es diese Karrikaturen zeigen?
 

 

 
http://www.payer.de/religionskritik/karikatur765.gif
http://www.payer.de/religionskritik/karikatur766.gif

 
aus der Seite:
http://www.payer.de/religionskritik/karikaturen32.htm
 


"Dem Bösen ins Gesicht sehen"
Papst beim Angelus zum ersten Fastensonntag
 
Die Fastenzeit bedeutet nach den Worten von Papst Benedikt XVI., "dem Bösen ins Gesicht zu sehen und sich für den Kampf gegen seine Wirkungen zu rüsten". Dies gelte besonders für seine Ursachen "bis zur letzten Ursache, dem Satan", sagte der Papst beim Angelusgebet zum ersten Fastensonntag auf dem Petersplatz. Jeder müsse seine Verantwortung für das Böse in der Welt und in sich selbst wahrnehmen, statt das Problem auf andere, auf die Gesellschaft oder auf Gott abzuschieben.......
http://www.domradio.com/benedikt/artikel_38302.html
 
Mein Kommentar: Klar. Kritik kann nicht ernst genommen werden, heißt das wohl. Jeder muß sich darüber klar sein, daß er jede Schuld bei sich selbst suchen muß. Du bist als Sünder auf die Welt gekommen, und Satan ist die letzte Ursache. Verzeihung, ist das real existierender Satanismus? Gelingt es, dem Volk große Angst zu machen, bekommst du viele Duckmäuser. Ich schätze, das ist die gezielte Absicht.
 



Ein offener Brief an die Zeugen Jehovas:
 
Sehr geehrte Damen und Herren
von einer Ihrer Dienstamtsgehilfinnen habe ich das beiliegende Traktat erhalten. Ihre Dienstamtsgehilfin glaubt felsenfest an Satan, während ich die Existenz des Satans vehement bestreite. Ihr Traktat bestärkt viele Menschen in ihrem Glauben an Satan. Vom Glauben an Satan versprechen sie sich alles, was in Ihrem Traktat beschrieben ist: Anerkennung, Reichtum und Macht. Und wenn ich mir die Autos anschaue, die anläßlich der Zusammenkünfte am Königreichssaal in Mönchengladbach stehen, komme ich auch manchmal ins Grübeln, ob der Glaube an Satan sich vielleicht auch für mich lohnen würde. Da stehen Nobelkarossen, die davon zeugen, daß man sich in dieser Welt sehr gut eingerichtet hat. Mein Verstand sagt mir dann aber, daß der Glaube an Satan völlig unlogisch und barer Unsinn ist.
 
Es gibt einen Glauben an Gott und einen Glauben an Satan. Zwei Herren kann man nicht dienen. Um zu entscheiden, ob man an Gott oder an Satan glauben will, kann man sich orientieren an dem geflügelten Bibelwort "An ihren Werken sollt ihr sie erkennen".....
http://www.scandalpress.com/satan.htm
 



Weil wir ein ewiges Leben haben, gibt es keinen Tod und deshalb sind wir unbesiegbar. So gibt uns Gott, daß wir kämpfen können bis wir abgeschossen werden.
Etwa nach dem Motto: Wir sind nicht von dieser Welt, daher ist um diese Welt ned schad.  
Und der Satan soll uns dann den Rest geben, damit wir uns zum Krieg hetzen lassen.
 

 
Wider die Religion, für humanistische Emanzipation und gegen seelisch-geistige Korruption
– der Versuch eines Blicks hinter die Kulissen religiöser Verblendung –
...Religionsinhalte und -werte stellen quasi ‚per definitionem’ auf nichtbeweisbare Inhalte ab. Sie hantieren genau mit den Ängsten, Zweifeln und Unwägbarkeiten, denen sich der Mensch – aller Neugier und Kreativität, philosophischer Erkenntnisfähigkeit und wissenschaftlicher Erforschbarkeit zum Trotz – hilf- und erklärungslos gegenübersieht, seit er über ein hinterfragendes Bewußtsein verfügt. Damit reihen sich die Religionen – Mittel zum Zweck schieren Machterwerbs/-erhaltes – in die Phalanx der Ideologien ein, die - im Gegensatz zu Philosophien – nicht einen ethisch-geistigen Zugewinn, eine humanistisch orientierte Entwicklung beabsichtigen, sondern aus völlig egoistischen Motiven handeln und diese rücksichts- wie bedenkenlos einsetzen...
http://www.d-perspektive.de/zeitreport-online/philosophie/detailansicht/article/wider-die-religion-fuer-humanistische-emanzipation-und-gegen-seelisch-geistige-korruption-326/nbp/98.html
 



Gott war im Grunde ein armer Teufel. Er konnte einem wirklich Leid tun, wenn man sah, was aus seinem Lebenswerk geworden war. So gut hatte er es mit der Welt gemeint, und jetzt? Überall Kummer, Leid, Verbrechen, Unglück, Katastrophen, Krankheit, Tod! Gott konnte eigentlich von Glück sagen, dass niemand stark genug war, um ihn vors Jüngste Gericht zu bringen und zur Rechenschaft zu ziehen....
http://www.taz.de/pt/2006/01/02/a0179.1/text

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