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Die Schuldfrage Man kommt leicht auf die Idee, daß wir von unseren Lehrern oder von unseren Eltern, vom System oder der Gesellschaft so geprägt wurden, wie wir heute sind. Das ist zwar richtig, aber diejenigen, die uns geprägt haben, wurden von ihren Vorfahren ebenso konditioniert, und so verlagert sich die Schuld von Generation zu Generation womöglich bis Adam und Eva. Die sind aber nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen. Und selbst wenn es möglich wäre, würde es den Ist-Zustand auch nicht ändern. Es ist effektiv niemand schuld. Andererseits könnte man die Schuld bei sich selbst suchen, bzw. jedem , der sich in einer Depression befindet, sagen: Du bist selber schuld daran. Das aber würde die Depression nur vertiefen. Niemandem wäre damit geholfen. Ob so oder so, die Schuldfrage ist irrelevant. Sie ergibt keinen Sinn. Man kann sich nur in Freiheit dazu entschließen, die Verantwortung für sich anzunehmen. noch ein Zitat: Die Gehfähigen Verwundeten Unter den derzeitigen brutalen und primitiven Bedingungen auf diesem Planeten sollte jede Person, der du begegnest, als gehfähiger Verwundeter eingestuft werden. Wir haben noch nie einen Mann oder eine Frau zu Gesicht bekommen der oder die nicht zu einem gewissen Grad aus Angst oder Kummer geistig verwirrt war. Wir haben noch nie einen völlig normalen Menschen gesehen. aus: Ist Gott eine Droge oder haben wir Sie nur falsch verstanden (rororo 5854) von Robert Anton Wilson Anerkennung Ist euch schon einmal der Gedanke gekommen, daß wir auf der Jagd nach Anerkennung vielen Dingen nachlaufen, die andere von uns fordern ? Die mit uns selbst gar nichts zu tun haben ? Daß wir, wenn wir um Anerkennung betteln, anderen Menschen Macht über uns einräumen ? Daß wir dann tatsächlich tun, was unser Anerkennungsgeber von uns verlangt ? Daß wir zu berechenbaren Sklaven werden, die alles besorgen, was Propaganda, Reklame und Manipulation uns als Anerkennungswert verspricht ? Was ist wirklich wahr? Gibt es Dinge oder Sachverhalte, von denen man ausgehen kann, weil sie nicht in Frage zu stellen sind? Dinge, die man selber sehen kann, die so einfach sind, daß man keinen Sachverständigen zum Verständnis heranziehen muß? Woran kann man sich halten? Mit anderen Worten: Was ist die Wahrheit? Dieser Punkt erscheint mir wichtig, denn wir sehen, daß mit der "Wahrheit" großes Schindluder getrieben wird. Von den Religionen wird oft behauptet: Sinnlichkeit ist schlecht, Körperlichkeit ist schlecht, überhaupt ist alles schlecht in diesem leidensvollen Erdental, und nur die höheren Wesen oder jenseitigen Welten nach dem Tode sind gut. Das aber klingt mir sehr nach Durchhalte-Parole. Viele Sekten versuchen mit der Frage nach der Wahrheit die sogenannten Wahrheitssucher einzusammeln, um ihnen dann aber haarsträubende Ideologien in den Kopf zu setzen. Glaube dies, glaube das, und am Ende wird womöglich der Massenselbstmord verordnet. Die wollen dann lieber mit UFO's mitfliegen, als noch länger diesen ganzen Unsinn mitzumachen. Kann das denn wahr sein? Bezüglich der Wahrheit kann man all das wohl getrost vergessen. In diesem Zeitalter der Ideologien, der Manipulation und der Machtkonzentration muß man wohl selbst sehen, was stimmt und was nicht. Kann das, was wirklich wahr ist, überhaupt von Meinungen, Wünschen oder Moralvorstellungen abhängig sein, die sich von Zeit zu Zeit oder von Ort zu Ort ändern? Nun kann ich zuerst einmal sagen: Die Wahrheit unterscheidet sich ganz stark von der Unwahrheit. Davon kann ich ausgehen. Das Durchschauen einer Unwahrheit bringt mich der Wahrheit ein gutes Stück näher. Durch Lügen können nämlich Realitäten geschaffen werden. Durch Lebenslügen: Jemand gibt zum Beispiel vor, etwas zu sein, was er gar nicht ist. Oder in der Werbung. Dort werden Bedürfnisse erzeugt, die zuerst gar nicht existieren usw. usf. So kann es geschehen, daß wir in verschiedenen Realitäten leben, was uns natürlich entfremdet. Weil Dinge, Bilder und Ideale zwischen uns stehen, und uns auch von der Wirklichkeit trennen, geht das Grundvertrauen in die Welt, die Menschen und sogar in uns selbst verloren. Zum Zweiten kann ich sagen: Das, was ich wahrnehme, ist für mich wahr! Damit meine ich die Wahrnehmung durch die fünf Sinne, die immer im Zeitpunkt "Jetzt" geschieht, also Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Diese fünf Sinne sind zuerst einmal meine einzige Kontaktmöglichkeit zur wirklichen Welt. Darüber hinaus kann ich noch Gedanken wahrnehmen. Wenn ich einen Gedanken wahrnehme, ist das bestimmt wahr, der Inhalt des Gedankens aber kann prinzipiell wahr oder falsch sein. Kann das, was jemand sagt oder das was in einem gescheiten Buch steht, wahrer sein, als das, was Sie wahrnehmen können? Würden Sie ihrer einzigen Kontaktmöglichkeit zur wirklichen Welt mißtrauen? Neuere Forschungen haben gezeigt, daß selbst in der Wissenschaft ein objektiver Standpunkt nicht bis in die letzte Konsequenz aufrechterhalten werden kann. Vieleicht ist es an der Zeit, einmal ganz grundsätzliche Fragen zu stellen: Wofür leben wir überhaupt? Leben wir für oder gegen irgendein Konzept, das wir oder ein anderer uns in den Kopf gesetzt hat, wie z.B. Kapitalismus, Marxismus, Darwinismus, Katholizismus, Islamismus, Atheismus, oder sonst irgendeinen -ismus? Es wird auch oft vergessen, daß es gerade diese Ideologien sind, die durch ihre Machtansprüche Unfrieden auf dieser Welt stiften. Oder leben wir dafür, mit der wirklichen Welt in fühlbaren und erlebbaren Kontakt zu treten? Das, was wir also sicher für wahr halten können, ist zwar nicht viel, aber es genügt. Und davon jedenfalls können wir ausgehen. Nur wer weiß, was wirklich wahr ist, der kann wissen, was er tut. Von hier kann man dann ausgehen und fragen: Was ist eigentlich los?, und Stück für Stück sicher überprüfte Dinge hinzufügen. Jedoch wird man selbst prüfen müssen, weil man ja nie weiß, welche Interessen andere Leute vertreten, zumal sie das oft selbst nicht wissen. Ist das wahr oder falsch? |