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Bestimmt kennen alle den kirchenkritischen Text "Ein Münchner im Himmel" von Ludwig Thoma. Wer das nicht kennt, hier der Link: http://www.payer.de/religionskritik/thoma01.htm Hier noch mehr: Was ist das doch in diesen Tagen Ein Summen, Surren, Hasten, Jagen! Am Boden welch ein froh Gewühl! Ein jeder Käfer zeigt Gefühl Und muss sein Weibchen wild umfassen. Die ganze Welt ist ausgelassen, Und jedes Tier begreift sein Leben In Liebe nehmen, Liebe geben. Das ist ein Werben, Jubeln, Klagen In diesen schönen Frühlingstagen! Ein Ochse steht am Wiesenrand, Und sein kastrierter Viehverstand muss unberührt von diesem Treiben Und dieser Sinnenfreude bleiben. Er fühlt im Fressen sich gestört Von allem, was er sieht und hört. Da wird gejagt und wird getanzt Und sich ganz einfach fortgepflanzt! Das unbekümmerte Gewühl Verletzt sein tiefstes Schamgefühl. Wie kann es nur der Schöpfer sehen, Dass solche Dinge hier geschehen?! Ihm kommt es ganz abscheulich vor, Und klagend blickt sein Aug' empor. - Ja, ja! Man sieht 's dem Ochsen an: Das Rindvieh ist ultramontan. Erläuterung: "Der Ultramontanismus (von lat. ultra montes, jenseits der Berge, also aus Rom) war eine Strömung in der französischen katholischen Kirche des 18. Jahrhunderts. Sie strebte an, den Vorrang des Papstes zu erhalten oder sogar zu verstärken und bekämpfte Aufklärung, Liberalismus und Protestantismus. Mehr von ihm hier: http://www.payer.de/relkritiklink.htm#Thoma
Pater Luzi aber schleichet Heimlich lauschend um das Haus. Ein pechschwarzes Ei der Rache Brütet seine Seele aus. Pater Filucius (1872) / von Wilhelm Busch http://www.google.de/search?q=+Wilhelm+Busch&h1=de&sitesearch=payer.de Wie schad, Dass ich kein Pfaffe bin. Das wäre so mein Fach. Ich bummelte durchs Leben hin Und dächt' nicht weiter nach. Mich plagte nicht des Grübelns Qual, Der dumme Seelenzwist, Ich wüsste ein für allemal, Was an der Sache ist. Und weil mich denn kein Teufel stört, So schlief ich recht gesund, Wär wohlgenährt und hochverehrt Und würde kugelrund. Käm dann die böse Fastenzeit, So wär ich fest dabei, Bis ich mich elend abkasteit Mit Lachs und Hühnerei. Und dich, du süßes Mägdelein, Das gern zur Beichte geht, Dich nähm ich dann so ganz allein Gehörig ins Gebet. Wilhelm Busch (1832 - 1908): In: Kritik des Herzens, 1874 Der Segen der Natur wird vernichtet durch den Segen Roms. (Wilhelm Busch, 1832-1908) Ja, selig ist der gute Christ, wenn er nur gut bei Kasse ist. (Wilhelm Busch, Dichter 1832-1908) Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten". (Wilhelm Busch, dt. Zeichner u. Dichter, 1832-1908) Also lautet der Beschluß: daß der Mensch was lernen muß. (Wilhelm Busch, dt. Schriftsteller, Zeichner u. Maler, 1832-1908) |