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Nur Narren hoffen und harren
(Thomas Hanke, 1995) Gib ihnen ein wenig Hoffnung, dann sind sie wieder unbegrenzt leidensfähig? Wird die Hoffnung etwa politisch so eingesetzt? Im psychischen Raum ist die Hoffnung mit der Zeit selbst irgendwie verwandt. Was passieren kann, wenn man die Hoffnung verliert, dazu einiges hier: transcend time
- Leere ?
To meditate is to transcend time. Time is the distance that thought travels in its achievements. The travelling is always along the old path covered over with a new coating, new sights, but always the same road, leading nowhere - exept to pain and sorrow. It is only when the mind transcends time that truth ceases to be an abstraction. Then bliss is not an idea derived from pleasure but an actuality that is not verbal. The emptying of the mind of time is the silence of truth, and the seeing of this is the doing; so there is no division between the seeing and the doing. In the interval between seeing and doing is born conflict, misery and confusion. That which has no time is the everlasting. The Second Penguin Krishnamurti Reader Kapitel: The Only Revolution, Seite 132 Meditieren ist das Transzendieren der Zeit. Zeit ist die Distanz, die der Gedanke bereist um etwas zu erreichen. Diese Reise führt immer entlang des alten Pfades, im neuen Mantel, mit neuen Sichtweisen, jedoch immer auf der alten Straße nach nirgendwo, außer zu Schmerz und Sorge. Nur wenn der Verstand die Zeit transzendiert, dann ist Wahrheit keine Abstraktion mehr. Dann ist Seligkeit keine Idee, die aus dem Vergnügen entsteht, sondern eine nichtverbale Aktualität. Die Entleerung des Verstandes von der Zeit ist die Stille der Wahrheit und das Sehen dessen ist das Tun, sodaß es keine Teilung in Sehen und Tun gibt. In dem Intervall zwischen Sehen und Tun ist Konflikt, Elend und Konfusion geboren. Was keine Zeit hat ist das Immerwährende. (Meine Übersetzung) David Bohm: Was ist es dann, das Sie zu weiterem Forschen treibt? Krishnamurti: Mein Forschen gilt der Beendigung des Konflikts. B: Dann müssen wir damit vorsichtig sein. Es kann leicht passieren, daß wir Hoffnung auf Beendigung des Konflikts erwecken. K: Nein, nein, es gibt keine Hoffnung. Ich mache dem ein Ende. Im Augenblick, in dem ich das Wort Hoffnung einbringe, entsteht eine Vorstellung von Zukunft. Am Schluß stellt Krishnamurti die Frage: "Bin ich gewillt, mich der absoluten Leere zu stellen?" (224) Diese Frage ist absurd, denn wenn es eine absolute Leere gäbe, gäbe es kein "Ich", das sich zu stellen braucht, und keinen Willen, der mich zu irgend etwas antreibt, denn es gäbe ja weder mich noch irgend etwas anderes. Es gäbe nur die Leere. Warum und wie sollte die Leere irgend etwas hervorbringen? Die Monisten vermögen nicht, zwischen materiellem Ego und spirituellem Selbst zu unterscheiden. Was sie präsentieren, ist eine fahrlässige Verwechslung von Identität und Identifikation: "Verlangen und Denken sind Teil des ‚Ich', das Zeit ist. Wenn Verlangen und Zeit aufgehört haben, dann ist da absolut nichts ..." (36) "Meine Aufgabe besteht darin, die Dunkelheit zu erkennen, zu sehen, daß es das Denken ist, das die Dunkelheit erzeugt, und das Selbst als den Verursacher der Dunkelheit zu erkennen." (153) http://www.armin-risi.ch/html/AP_Urknall.htm Es gibt noch mehrere Leute, die auf die Suche nach sich selbst ins Leere geblickt haben: Den Nachgeborenen Ich gestehe es: Ich habe keine Hoffnung. Die Blinden reden von einem Ausweg. Ich sehe. Wenn die Irrtümer verbraucht sind Sitzt als letzter Gesellschafter Uns das Nichts gegenüber. (Berthold Brecht, dt. Schriftsteller, 1898-1956) Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein durch Raum und Zeit begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas von allem anderen Getrenntes - eine Art optische Täuschung seines Bewußtseins. Albert Einstein, Physiker (1879-1955) Das System schaut ins NICHTS auf der Suche nach sich selbst Heinrich Badhofer http://www.physik.as/ Keiner glaubt mir, was geschah: Ich sah `nen Mann der war nicht da. Auch heute bog er nicht ums Eck, o Gott ich wünsch`t er wär schon weg. (Deutsche Volksweise) (aus dem Gedächtnis zitiert von R.A. Wilson, weiß nicht mehr welches Buch) Einer seiner Schüler kam eines Tages zu Buddha. "Ich habe ein Problem mit meinem Ego", sprach er, "kannst du mir helfen?" Buddha sprach: "Schon möglich, - Zeig her dein Ego!" Der Schüler meditierte eine Weile, dann sagte er: "Zu dumm, ich kann mein Ego gerade nicht finden". Daraufhin meinte Buddha: "Ich hoffe du lernst daraus. Bleib auf der Suche!" (Reflektiert und destilliert, eigentlich fast abgeschrieben aus "Die Reden des Buddha" Reclam 6245) Vielleicht zwischendurch einmal als Witz: Ein Philosoph und ein Pfarrer streiten sich darum, welcher der beiden von ihnen vertretenen Disziplinen der höhere Rang zukomme. Spöttisch meint der Pfarrer: "Philosophie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die es gar nicht gibt." Darauf antwortet der Philosoph: "Theologie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum ebenfalls mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist und plötzlich ruft: "Ich hab sie!..." Kurt Tucholsky gehört wohl auch in diese Reihe: Zur soziologischen Psychologie der Löcher Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist. Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt.... Hier gehts weiter Und nun meine persönliche Interpretation, eher aus der Esoterik heraus und als Kritik an der Esoterik gedacht: Du sprichst von der Idee, das Ego zu reduzieren. Wenn ich Dir vorschlagen würde, eine Sache, die nicht existiert, zu verkleinern oder zu vergößern, dann würdest Du mich zweifellos für verrückt erklären! Es drängt sich der Verdacht auf, daß man uns hier vor eine unlösbare Aufgabe gestellt hat, um uns von Ewigkeit zu Ewigkeit unsere wertvolle Zeit zu stehlen. Ich nehme an, Du verstehst, was für einen abermakaberen Witz man sich mit uns erlaubt. Spricht man nicht vom Spiegel der Seele? Für mich ist die Seele tatsächlich ein Spiegel, dem nur dann etwas Individuelles anhaftet, wenn er nicht geputzt oder verkratzt wird. Ist das richtig? Wenn ja, warum kann man das so schlecht verständlich machen? Kennt jemand weitere Beispiele, Aspekte, Argumente oder zusätzliche Beleuchtungen? Tatsache ist, daß der Denker selber Gedanke ist. Es gibt keinen Denker ohne Gedanke. Che Gedankvara, äh...nein, Jiddu Krishnamurti aus: Fragen und Antworten und sein Gespräch mit David Bohm (Schüler Einsteins übrigens) über das Erwachen der Intelligenz (Goldmann, 11753) Im Jetzt zu leben ist ein Wunsch, der viele Menschen schon beseelt hat. Ich persönlich halte diesen Artikel transcend time - Leere ? für den deutlichsten Hinweis und für den besten Einstiegspunkt in diese Thematik. Heute ist die Zeit als Illusion nicht nur in der Philosophie ein Thema, sondern auch in der Wissenschaft. Damit beschäftigt sich der Artikel ZEIT. Was hindert uns daran, im Jetzt zu leben? Vielleicht, daß wir unsere Hoffnung und unsere Sorge sogar auf die Zeit nach dem Tod oder ins nächste Leben ausdehnen, womöglich sogar Problemlösungen dorthin verschieben? Kann ein Ideal dahin führen, im Jetzt zu leben, oder funktioniert ein Ideal überhaupt nicht, weil das Ideal erst die (psychische) Zeit ins Spiel bringt? Wenn man die ganzen Konsequenzen ziehen will, so wird man sich um Mehreres kümmern müssen. Eine Grundlagen-Debatte über Ideal und Ideologie ist meiner Meinung nach alleine schon geeignet, das Thema umfassend aufzuzeigen. Mein Ansatz zur Religionskritik ist also ganz grundsätzlich Idealismuskritik. Ist das Ego eine Illusion, sowie es im Buddhismus, im Hinduismus, und sogar im Christentum angedacht wird? Was heißt Illusion in diesem Zusammenhang? Könnte man das auch im Sinne von Fake oder gar Betrug meinen? Damit beschäftigt sich der Artikel Vom imaginären Charakter der Psyche - Eine Theorie der Erleichterung, sowie der dort verlinkte Folgeartikel. (Wem das zu lang ist, der kann auch die Kurzfassung zum Thema Depressionen lesen.) Wenn das Ego schon jetzt nicht existiert, wie soll es dann den Tod überleben können? Wer den Artikel "Vom imaginären Charakter der Psyche" gelesen hat, der wird gleich am Anfang an zwei Stellen dieses Textes auch auf die Problematik mit dem freien Willen aufmerksam. Es ist ein sehr umstrittenes Thema, das heute auch von der Wissenschaft und der Psychologie aufgegriffen wird. Der Artikel Freier Wille geht genauer darauf ein. Und wer der Meinung ist, schon einmal in einem vorigen Leben gelebt zu haben, der sollte sich wirklich einmal diese Diskussion ansehen, es könnte zu einer überraschenden Wendung kommen. Man sollte sich diesen Rundblick wirklich erlauben. Offenbarung 10,6: Und der Engel, den ich sah stehen auf dem Meer und der Erde, hob seine Hand gen Himmel und schwur bei dem Lebendigen von Ewigkeit zu Ewigkeit .... daß hinfort keine Zeit mehr sein soll ..... sondern in den Tagen .... soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er hat verkündigt seinen Knechten, den Propheten. Direktlink - Bibel-Online - Offenbarung 10,6: Zu Krishnamurti ein Video: http://video.google.com/videoplay?docid=-7698022765687563175# Über diesen Kanal findet man eine ganze Menge Krishnamurti-Videos. Helena Blavatsky ist für manche gläubige (insbesondere evangelische) Christen, ein rotes Tuch. Reiner Satanismus sozusagen. Deshalb noch ein paar Bemerkungen dazu: Tatsächlich wurde Krishnamurti von Kindheit an zum Messias der theosophischen Gesellschaft aufgebaut. Es ist dies die Theosophische Gesellschaft, die auf Helena Blavatsky zurückgeht. 1927 hat er sich losgesagt von der Theosphischen Gesellschaft und von der „Star of the East“ eine extra für ihn gegründete Gesellschaft. Krishnamurti wies jegliche Messias-Funktion von sich, ja er stellte das Gurutum ganz grundsätzlich in Frage, und wendete sich ab. Damit hat er der theospohischen Gesellschaft großen Schaden zugefügt. Fast kann man sagen, die theospohische Gesellschaft ist dadurch praktisch untergegangen. Zumindest für jeden, der Krishnamurti verstanden hat. „Entdeckt“ wurde Krishnamurti von einem gewissen C. W. Leadbeater im Jahre 1909, einem der bedeutendsten Repräsentanten der Theosophischen Gesellschaft, der ihn auch nach England in die Schule geschickt hat. Dann kam es zum Leadbeater-Skandal. Es wurde bekannt, daß Leadbeater die Knaben zur Selbstbefriedigung ermunterte, und daran aktiv teilnahm. (das geht aus einer Biographie über ihn von Mary Lutyens hervor, ein scheißteures Buch, das in einem kleinen schweizer Verlag erschienen ist.) Über die Person "C. W. Leadbeater" läßt sich nun eine Kleinigkeit in Erfahrung bringen, guckst du z.B. einfach bei Wikipedia: Charles Webster Leadbeater Bekannt wurde Charles W. Leadbeater als Propagator Jiddu Krishnamurtis als wiedergeborener Christus. Anfang des 20. Jahrhunderts war er einer der führenden Ideologen der Theosophischen Gesellschaft und ein weltbekannter Hellseher und Okkultist. Seit 1916 war er Bischof der Liberalkatholischen Kirche.... http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Webster_Leadbeater Da erhebt sich doch die Frage, wie lange die Theosophische Gesellschaft schon von diesen "liberalen" Katholiken unterwandert ist. Möglicherweise gab es schon zu Blöavatskys lebzeiten Einflüsse dieser Art. Ich habe hier ein Zitat von Blavatsky, welches allerdings von evangelischen Menschen meist ignoriert wird, sie nehmen es einfach nicht zur Kenntnis, wollen es auch nicht zur Kenntnis nehmen, insbesondere dann, wenn sie irgendwelchen "Freikirchen" angehören. Das Zitat spricht von einer Problematik, die uns sicherlich bekannt vorkommt. Wurden öffentlich und gedruckt Lügen über dich erzählt, bist du machtlos, um deinem Ehrabschneider den Mund zu stopfen, außer du bist wohlhabend; nenne Tatsachen, und du wirst ein Verleumder; hüte deine Zunge bei einer Ungerechtigkeit, die in deiner Gegenwart begangen wird, und deine Freunde werden dich als ihresgleichen ansehen - als ihren Verbündeten. Seine ehrliche Meinung zu äußern ist unmöglich geworden in diesem, unseren Zyklus. - Helena Blavatsky: Collected Writings, XI:188 |