ZEIT
 

 
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Ein kleines geometrisches Gedankenspiel! Ich stelle die Frage: Wie lange ist ein Punkt? -
Ein geometrischer Punkt hat natürlich überhaupt keine Länge, genausowenig wie er eine Breite oder eine Höhe haben kann. Und um eine bestimmte Länge mit Punkten zu füllen, brauche ich immer unendlich viele, egal, wie klein die Länge auch ist. Man kann also sagen, daß der Punkt nichts von der Dimension der Länge hat. Der Punkt (für sich allein betrachtet, ohne Bezugssystem) ist nicht mit der Länge verwandt. Der Punkt befindert sich in einer völlig anderen Dimension.
Und nun frage ich: Wie lange dauert ein Zeitpunkt? Entlang der Zeitlinie, genau zwischen Vergangenheit und Zukunft, findet man einen nicht als Zeitspanne existierenden Punkt, der Gegenwart heißt. Gerade weil dieser Punkt keine Zeit lang dauert, hat er mit Zeit nicht viel zu tun. Trotzdem vergeht er aber nie, und ist daher ewig. Jetzt ist immer, und es ist immer jetzt. Unser Leben findet immer jetzt statt. Wir mögen noch so fern in die Vergangenheit zurückdenken, wir denken es immer jetzt. Deshalb steht unser wirkliches Sein außerhalb der Zeit. Es hat eine völlig andere Dimension und mit der Zeit nichts zu tun.
 
Hier noch eine kleine Meditation. (Ich habe diese Dinge immer für mich selbst geschrieben, zur Selbsterinnerung)
 
Öffne deine Zeit!

 
Ich kenne viele Menschen, die ständig über Streß klagen, und die selbst in ihrer Freizeit den Streß und/oder die Angst nicht loswerden, weil sie von ihren Gedanken gefangengehalten werden. Solche Menschen befinden sich tatsächlich in einem immerwährendem Streß. Du kannst aber die Zeit öffnen, genau wie eine Flasche Sekt. Wenn du sie nicht öffnest, kannst du sie nicht trinken.
Lasse dich auf ein kleines Experiment ein!
Du nimmst dir ein paar Minuten, vieleicht eine viertel Stunde Zeit.Sorge dafür, daß du dich während dieser Minuten in Sicherheit befindest, und auch nicht gestört wirst, denn nur dann besteht kein Handlungsbedarf.
Das, was vorbei ist, läßt sich nicht mehr verändern. Deshalb brauchst du dich jetzt nicht damit zu beschäftigen. Du bist frei davon. Und was morgen kommt, mußt du erst morgen tun. Nun kannst du beginnen, deine Zeit zu trinken. Erfahre und erlebe jede einzelne Sekunde mit all deinen Sinnen. Trinke jede Wahrnehmung, die dir die Zeit bringt, ganz aus, bis zum letzten Tropfen.
Du wirst Gedanken wahrnehmen.
Mache dir bewußt: Du bist in Sicherheit - kein Handlungsbedarf. Das bedeutet für die Gedanken: kein Urteil.
Lasse die Gedanken frei, mische dich nicht ein, tu nichts dafür oder dagegen. Trinke und erlebe jeden Gedanken, den du entdeckst und trinke die Gefühle, die die Gedanken mit sich bringen. Erhoffe nicht gute Gedanken, verurteile nicht böse Gedanken, sondern trinke. Es wird nicht lange dauern, bis du herauskriegst, wie das geht. Und dann wirst du dich nicht nur stressfrei sein, sondern auch einen klaren Kopf haben.

 
Komm ins Offene, Freund !
          Hölderlin
 


Physik
Zeit ist nur eine Illusion  (Seite 1/9)
Unser Universum ist außerordentlich speziell und - gemessen an den möglichen Verteilungen seiner Materie und Energie - extrem unwahrscheinlich.
 
Diese erstaunliche Tatsache zu verstehen, ist zurzeit eines der wichtigsten Ziele von Physikern und Kosmologen. Davon erhoffen sie sich auch eine Erklärung, warum die Zeit vorwärts fließt, was die Naturgesetze nicht erklären können. Doch womöglich wirft eine radikale Neuinterpretation der Realität alles um. Denn sowohl Albert Einsteins Relativitätstheorie als auch spekulative Vorschläge für eine "Weltformel" legen eine irritierende Schlussfolgerung nahe: Die uns so vertraut und manchmal quälend erscheinende Zeit könnte eine blanke Illusion sein - und in Wirklichkeit gar nicht existieren......
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229939.html
 

 
Verändertes Zeit-Bild  (Seite 2/9)
Diese radikale Revolution unseres Weltbilds und Selbstverständnisses ist eine Konsequenz von Albert Einsteins Relativitätstheorie - oder genauer: ihrer philosophischen Deutung.
 
Doch bis sich diese Einsicht durchzusetzen begann - und gegen sie gibt es noch heute viel Widerstand -, hat es erstaunlich lange gedauert. "Zwar regte die Relativitätstheorie mehr philosophische Kommentare an und übte mehr Einfluss auf die Mainstream-Philosophie aus als jede andere wissenschaftliche Theorie.......
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229941.html
 

 
Zeit hängt vom Bezugssystem ab  (Seite 3/9)
.... In diesem Gedankenexperiment ist die Gegenwart für die beiden Beobachter so verschieden, dass sie sich quasi in unterschiedlichen Welten aufhalten. Doch eine solche "Relativierung der Existenz", wie Physiker dies nennen, erscheint grotesk. "Der Begriff der Existenz kann nicht relativiert werden, ohne dass seine Bedeutung vollständig zerstört würde", widersprach schon Einsteins Kollege in Princeton, der berühmte Mathematiker Kurt Gödel. Da er sogar Lösungen der Allgemeinen Relativitätstheorie fand, die rotierende Universen als Zeitmaschinen beschreiben, in denen man auf geeigneten Bahnen in seine eigene Vergangenheit reisen kann, kam er zu einem anderen Schluss: Die Zeit muss eine Illusion sein (bild der wissenschaft 1/2006, "Ein ganzes Universum als Zeitmaschine"). "Die relativierte Existenz widerspricht auch Experimenten, die das Zwillingsparadoxon bestätigen", schlägt Vesselin Petkov in dieselbe Kerbe......
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229953.html
 

 
Die Zeit wird zum Schatten   (Seite 4/9)
Die Zeit als vierte Dimension – was sich hier so leicht liest, ist eine radikal neue Sicht der Welt. Denn in gewisser Weise wird die Zeit dadurch verräumlicht, auch wenn sie sich in den Gleichungen von den drei Raumdimensionen durch ein umgekehrtes Vorzeichen unterscheidet, also ein Minuszeichen, wenn die Raumkoordinaten positiv gesetzt werden. Mehr noch.....
.....„Die Tendenz ist eine radikale. Von Stund’ an sollen Raum für sich und Zeit für sich völlig zu Schatten herabsinken, und nur noch eine Art Union der beiden soll Selbstständigkeit bewahren.“....
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229943.html
 

 
Die Relativität von Raum und Zeit  Seite 5/9
Dass die Zeitdilatation in der Natur wirklich vorkommt, beweist die Geschwindigkeitsabhängigkeit vom Zerfall kurzlebiger instabiler Teilchen, beispielsweise der Myonen. Das sind schwere Geschwister der Elektronen. Ruhende Myonen haben eine Halbwertszeit von 1,5 Millionstel Sekunden.
 
Als Physiker 1976 in einem Experiment Myonen auf 99,94 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigten, stellten sie fest, dass diese rund 29-mal länger existierten. Tatsächlich besagt die Spezielle Relativitätstheorie, dass die "Eigenzeit" der Myonen um den Faktor 29 gedehnt ist.......
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229942.html
 

 
Die Zukunft steht schon fest   Seite 6/9
....Später hatte sich Einstein den – damals noch nicht so genannten – Eternalismus ebenfalls zu eigen gemacht. 1952 betonte er im 5. Anhang zur 15. Auflage seines Buchs „Relativity: The Special and General Theory“, dass es natürlicher erscheint, die physikalische Realität als eine vierdimensionale Existenz zu denken statt wie bisher als Entwicklung einer dreidimensionalen Existenz. Und 1955 schrieb er – kurz bevor er starb – ineinem Kondolenzbrief anlässlich des Todes eines Freundes: „Für uns gläubige Physiker hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion.“ Wenn die Zeit also gar nicht existiert, sondern bloß eine Illusion ist, dann gibt es in Wirklichkeit gar keinen Ablauf von Ereignissen. Das ist nur unsere subjektive irrige Empfindung – obwohl man das schwer glauben kann, wenn man doch häufig viel zu wenig Zeit hat oder ängstlich auf seinen Alterungsprozess starrt.....
.....Nur die Vergangenheit ist determiniert, die Zukunft ist dagegen ein Spielraum der Möglichkeiten, von denen zu jedem Zeitpunkt nur eine realisiert wird. Diese These der sich entwickelnden Raumzeit ist eine Alternative zum statischen Raumzeit-Blockuniversum.....
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229944.html
 

 
Der heilige Gral der Physik  (Seite 7/9)
......Ein anderer Grund ist, dass die Entwicklung der Quantengravitationsforschung darauf hinausläuft, die "Bausteine" der Wirklichkeit zu identifizieren - und auch zu ihnen gehört die Zeit nicht......
..... Ashtekars Kollege Carlo Rovelli, Physik-Professor an der Universität Marseille, hält die Zeit ebenfalls für ein Truggebilde: "Auch wenn ich es nicht beweisen kann, bin ich überzeugt, dass Zeit nicht existiert. Ich glaube, dass es eine Möglichkeit gibt, das Funktionieren der Natur zu beschreiben, ohne die Begriffe Zeit und Raum zu benutzen. ,Raum' und ,Zeit' werden nur innerhalb gewisser Näherungen sinnvoll bleiben....
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229948.html
 

 
Von der vierten Dimension zum Block-Universum  Seite 8/9
.......Und noch früher, 1884, spekulierte der britische Mathematiker Charles Howard Hinton über eine vierdimensionale Raumzeit, in der gewöhnliche Partikel gleichsam als Fäden vorkommen - eine fast prophetische Vorwegnahme der "Weltlinie", die in der Relativitätstheorie eine zentrale Rolle spielt.
 
Die vierdimensionale Realität wird oft als "Block-Universum" bezeichnet, denn sie entwickelt sich nicht, sondern ist gleichsam als Ganzes und auf einmal da. Wenn es Gott gäbe und er außerhalb der Zeit existierte, wie schon der Kirchenvater Augustinus glaubte, könnte er gewissermaßen die Welt in ihrer Totalität von Anfang bis Ende überblicken. Der Begriff des unveränderlichen Block-Universums geht auf den amerikanischen Psychologen und Philosophen William James zurück. In seinem Essay "The Dilemma of Determinism" von 1884 kritisierte er die Vorstellung des Determinismus, die der Idee eines freien Willens widerspräche. Denn der Determinismus behauptet, "dass die Bereiche des Universums, die bereits feststehen, absolut darüber verfügen, was aus den anderen Bereichen werden soll. In der Gebärmutter der Zukunft liegen nicht verschiedene Möglichkeiten verborgen. [...] Das Ganze steckt in jedem einzelnen Teil und ist zu einer absoluten Einheit verschweißt, zu einem Eisenblock, in dem keine Zweideutigkeit oder ein Schatten einer Veränderung sein kann.".....
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229951.html
 

 
Gut zu wissen: Die Zeit  Seite 9/9
.....Laut dem Platonismus oder Absolutismus der Zeit, favorisiert beispielsweise von Platon und Isaac Newton, kann Zeit auch ohne Veränderung vergehen. Es wäre also möglich, dass das ganze Universum erstarrt und trotzdem eine "leere" Zeit verstreicht - vielleicht Milliarden Jahre zwischen dem Lesen dieses Satzes und des nächsten.
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/bdw/tid-8332/physik_aid_229952.html

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