Das Zinsverbot in Antike und Christentum

Wer Zins nimmt, wird mit dem Königsbann belegt, wer wiederholt Zins nimmt, wird aus der Kirche ausgestoßen und soll vom Grafen gefangengesetzt werden.
Kaiser Lothar (*795, †855) im Jahr 825
 
Titel der PDF-Datei: Das Zinsverbot in Antike und Christentum
http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2005/1669/pdf/zins.pdf
 
Zitat:
.........
5.) Der Umschwung in der Frage des Zinsverbots zur Zeit der Reformation
 
Der Umschwung in der Frage des Zinsverbots kam mit der Reformation. Während Luther und der 30-jährige Krieg das Reich in Existenznöte stürzten – letzterer auf protestantischer Seite übrigens mit katholischem, von Frankreichs Kardinal Richelieu stammendem Geld geführt (!)– ergänzte der offizielle Gegner Luthers, der Ingolstädter Professor Dr. Johannes Eck, den von der Reformation auf das Reich ausgeübten Druck zu einer Zangenbewegung, indem er in die theologische Diskussion um die Erlaubtheit des Zinses die noch heute relevante Lehre vom Contractus trinus einführt. Während der eine Feuer legte am einen Ende zündelte der andere im gleichen Augenblick am anderen Eck.
 
Wer kommt da nicht auf dumme Gedanken?!
 
Beschimpften sich die beiden auch fleißig auf der Leipziger Disputation, der eine den anderen "Luder", und der andere den einen als "DrEck", so taten doch beide, wie es scheint, dasselbe, nämlich die Grundlagen des Reichs untergraben..........
 


Der dreissigjährige Krieg (1618-1648)
....Der Versuch der Menschen, Trost und Halt bei den Kirchen zu finden scheitert, denn Kirchenobrigkeit und Papst verweisen auf die Apokalypse und sehen in der Not eine Strafe Gottes und das baldige Ende der Menschheit. Die religiöse Welt in Deutschland ist nach der Unterzeichnug des Augsburger Religionsfriedens im Jahre 1555 gespalten.......
http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za146/barock/30krieg.htm
 


MÜNTZER (Münzer), Thomas, Theologe apokalyptischer und mystischer Prägung, revolutionärer Bauernführer; Außenseiter der Reformation und Widerpart Luthers. * 1488/89?
http://www.bautz.de/bbkl/m/muentzer_t.shtml
 
Thomas Münzer
http://www.mlwerke.de/mu/default.htm
 
Die Fürstenpredigt
http://www.mlwerke.de/mu/mu_001.htm
 


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2.Mose 22,24 : 22,24 Wenn du Geld verleihst an einen aus meinem Volk, an einen Armen neben dir, so sollst du an ihm nicht wie ein Wucherer handeln; du sollst keinerlei Zinsen von ihm nehmen....
3.Mose 25,36 : 25,36 (a) (b) und du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Aufschlag, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten,...
3.Mose 25,37 : 25,37 Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch Speise geben gegen Aufschlag. 25,38 Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt h... 5.Mose 23,20 : 23,20 Du sollst von deinem Bruder (a) (b) nicht Zinsen nehmen, weder für Geld noch für Speise noch für alles, wofür m...
5.Mose 23,21 : 23,21 Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, aber nicht von deinem Bruder, auf daß dich der HERR, dein Gott, segne in allem, was du unternimmst in dem Lande, dahin du kommst, es einzune...
Ps 15,5 : 15,5 wer (a) (b) sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen. Wer das tut, ...
Spr 28,8 : 28,8 Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt. (a) (b) ...
Hes 18,8 : 18,8 der (a) (b) nicht auf Zinsen gibt und keinen Aufschlag nimmt, der seine Hand von Unrecht zurückhält und rechtes ...
Hes 18,13 : 18,13 auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt - sollte der am Leben bleiben? Er soll nicht leben, sondern weil er alle diese Greuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld ...
Hes 18,17 : 18,17 seine Hand von Unrecht zurückhält, nicht Zinsen noch Aufschlag nimmt, sondern meine Gebote hält und nach meinen Gesetzen lebt: der soll nicht sterben um der Schuld seines Vaters wille...
Hes 22,12 : 22,12 Sie lassen sich bestechen, um Blut zu vergießen. Du (a) nimmst Zinsen und Aufschlag und suchst unrechten Gewinn an deinem Nächsten mit Gewalt - und...
Mt 25,27 : 25,27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 25,28 Darum nehmt ihm d...
Lk 19,23 : habe: 19,23 warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich zurückgekommen wäre, hätte ich's mit Zinsen eingefordert. 19,24 U...
http://www.bibel-online.net
 


 
.....Der Zins und die Verfassung
Der Zins hat aber nicht nur ökonomische Dimensionen, sondern auch rechtliche. Da der Zins Eigentumsteile vom Schuldner auf den Gläubiger überträgt, ist die Frage, ob der Zins nicht im Widerspruch zur Eigentumsgarantie des Grundgesetzes steht. Diese Frage war ein Gegenstand des Forschens des 1990 auf Kreta verunglückten Dieter Suhr, der in Augsburg eine Professur für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik hatte. Wenn ich mich recht erinnere, war Suhrs Arbeit von 1982 mit dem Titel Die Geldordnung aus verfassungsrechtlicher Sicht, seine erste Veröffentlichung zu diesem Themenkomplex. (6) In dieser Arbeit finden sich Sätze wie:
 
. . . "Gleichwohl zeigen 'Hochzinsen' besonders deutlich - und darauf kommt es hier im Hinblick auf die ,ordnende Ratio' an: daß sich die Zinsen auf Freiheit, Eigentum und Gleichheit sehr nachhaltig auswirken können." ...
 
. . . "Was hat das alles mit Verfassungsrecht zu tun? Der Titel eines Buches liefert das Stichwort: 'Entstehungssicherung und Bestandsschutz von Grundrechten'. Auch § 950 BGB konkretisiert rechtstechnisch die Entstehung von zivilrechtlichem und damit von verfassungsrechtlichem Eigentum 'aus Herstellung'. Die herkömmliche Auslegung dieser Vorschrift bewirkt die Entstehung von Eigentum in der Hand des Kapitaleigners des Unternehmens und sie verhindert zunächst die Entstehung von Eigentum aus Arbeit und Leistung in der Hand deren, die persönlich im Unternehmen arbeiten und disponieren: Entstehung des Eigentums aus Arbeit in der Hand des 'Nichtarbeiters'. Unsere Verfassung jedoch schützt dasjenige Eigentum ganz besonders, das aus persönlicher Arbeit und Leistung stammt. Daher ist die herrschende Auslegung des § 950 BGB nicht mehr ohne weiteres 'verfassungskonform'. Sie kehrt die Schutzprioritäten geradezu um."...

http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/zinskreuz/abromeit.html
 

 
"Nichts tun ist besser, als mit viel Mühe nichts zu schaffen" - Laotse hatte Recht
 
Faul zur Weisheit
 
Ein Historiker wirbt für das Nichtstun
 
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, sagt die Bibel. Müßiggang ist aller Laster Anfang, sagt das Sprichwort. Es gibt kein Recht auf Faulheit, sagt Kanzler Gerhard Schröder. Mahnende Worte für ein arbeitsames Volk, dem Müßiggang verdächtig ist.
 
Da ist es schon eine kleine Provokation, wenn der Autor Wolfgang Schneider ein fleißiges Loblied aufs Faulsein anstimmt. Mit seiner „Enzyklopädie der Faulheit“ belegt der Historiker, dass Nichtstun in allen Epochen seine Fürsprecher hatte und als Quelle von Inspiration, Sinn und Glück gewürdigt wurde. Schneider gräbt die ehrenwerte Tradition des Müßiggangs wieder aus, die vom Tatendrang der arbeitenden Gesellschaft untergepflügt wurde.
 
Im antiken Griechenland zum Beispiel beschrieb Sokrates die Muße als „Schwester der Freiheit“. Aristoteles stellte fest: „Arbeit und Tugend schließen einander aus“ (weswegen die lästige Arbeit Sklaven, Frauen und Ausländern übertragen wurde). Vorbildlich lebte der griechische Held Diogenes, der angeblich in einem Fass dem reinen Müßiggang nachging. Als Alexander der Große ihn voller Mitleid nach seinen Wünschen fragte, soll Diogenes nur gesagt haben: „Geh mir aus der Sonne.“ Schneiders Erkenntnis: „Durch die griechische und römische Antike hindurch bis weit ins christliche Mittelalter hinein war die Faulheit kein Makel, sondern ein Privileg“, ein Lebensideal, bei dem die Arbeit nur im Wege stand.
 
Bis Luther kam. Und eine Entwicklung beförderte, die uns verrückt nach Arbeit macht. Das Leben wurde zur heiligen Pflicht, Müßiggang zur Sünde. Arbeit stieg in den folgenden Jahrhunderten zur zentralen Größe auf, im Kapitalismus wie im Sozialismus...........
http://www.hinzundkunzt.de/hk/strassenmagazin/ausgabe/titelthema/~article~423/


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